Arbeitswelt: Geht’s uns wirklich so gut?

Berater von Franziska Finkenstein

Schaffe, schaffe Häusle bauen - Wie lange Arbeiten die Deutschen wirklich und wie viele Urlaubstage haben sie? Wie sieht es mit anderen Ländern aus? Ein spannender Überblick gibt Auskunft.

Wie steht der Arbeitsmarkt in Deutschland im Vergleich zu anderen Ländern da? Eine Zusammenfassung aktueller Statistiken gibt Überblick. Foto: Shutterstock / Mironov Konstantin

Spiegel Online gibt in einem Animationsvideo Überblick über aktuelle Statistiken, die sich mit der Arbeitswelt in Deutschland auseinandersetzen. Daraus geht hervor:
Laut einer Studie der OECD arbeiten Arbeitnehmer in Deutschland 1356 Stunden pro Jahr. Auf Platz eins mit den meisten Arbeitsstunden liegt Mexiko. Dort leisten die Arbeiter mit 2257 Stunden fast doppelt so viel Zeit ab wie hierzulande. EU-Spitzenreiter ist Griechenland mit 2018 Stunden. Aus dem Überblick geht ebenfalls hervor, dass in ärmeren Ländern mehr Menschen Zweit- und Drittjobs haben. Wenn es um Urlaubstage geht, verfügen die Deutschen über mindestens 24 (bei sechs Werktagen). Hinzu kommen noch die Feiertage. Der Arbeitsmarktreport lässt weitere gute Nachrichten für den Stellenmarkt verlauten. So gibt es insgesamt 33,4 Millionen Menschen, die einem sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnis nachgehen und 9,7 Prozent, die selbstständig sind. Die Arbeitslosigkeit hat sich von 2003 (10,5 Prozent) bis 2018 (4,8 Prozent) um mehr als die Hälfte reduziert.  

Klingt nach heiler Arbeitswelt. Doch Burnout und andere psychische Erkrankungen nehmen zu. Möglich, dass Home-Office-Regelungen gerade Pendler entlasten könnten. Doch einer Studie des Forschungsinstituts zur Zukunft der Arbeit (IZA) zufolge können nur 38 Prozent der deutschen Arbeitnehmer bei Ausnahmefällen Home-Office beantragen. Ein Viertel der Befragten sieht mehr Möglichkeiten für Heimarbeit und würden diese beanspruchen, hätten sie keine Chefs, die sich gegen diese Ansprüche quer stellten (9 Prozent). Demgegenüber besitzen Arbeitnehmer in den Niederlanden seit 2013 gesetzlichen Anspruch auf Home-Office.

Vielleicht ein Modell, das zum Nachahmen geeignet ist. So könnte das Arbeitszeitgesetz, das 1994 verabschiedet wurde und den Zweck hat, die „Sicherheit und den Gesundheitsschutz der Arbeitnehmer bei der Arbeitszeitgestaltung zu gewährleisten und die Rahmenbedingungen für flexible Arbeitszeiten zu verbessern“, reformiert werden.

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