Alterssicherung: Vertrauen in alle 3 Säulen schwindet

Berater von Florian Burghardt

Die Deutschen blicken wieder deutlich skeptischer auf die gesetzliche, betriebliche und private Altersvorsorge. Das besagt eine Umfrage. Aus ihr sind auch Tendenzen zur Abschlussbereitschaft von Altersvorsorgeprodukten ablesbar.

Die Deutschen blicken in puncto Altersvorsorge wieder deutlich skeptischer auf die Tragfähigkeit des Drei Säulen-Modells.

Die Deutschen blicken in puncto Altersvorsorge wieder deutlich skeptischer auf die Tragfähigkeit des Drei Säulen-Modells. Bild: ulleo/Pixabay

Die Deutschen blicken wieder etwas skeptischer auf ihre Altersvorsorge. Nachdem das Vertrauen der Menschen hierzulande in die 3 Säulen der Alterssicherung (gesetzliche, betriebliche und private Vorsorge) im Jahr 2017 einen Vertrauenszuwachs erlebte, zeigte der Trend im Jahr 2018 wieder nach unten. Das geht aus einer Umfrage des Deutschen Instituts für Altersvorsorge (DIA) hervor, an der im vergangenen Dezember 1.014 Personen im Alter zwischen 18 und 64 Jahren teilgenommen haben.

Zur Ermittlung des Vertrauenswerts wurde eine Skala von 0 (schlechtester Wert) bis 10 (bester Wert) zugrunde gelegt. Dieser sank im Vergleich zur Erhebung im Jahr 2017 bei allen 3 Säulen. Am deutlichsten machte sich der Negativtrend bei der gesetzlichen Altersvorsorge bemerkbar. Dort fiel er von 5,7 im Vorjahr auf nun 4,2. „Vor allem die politischen Diskussionen über die Zukunft der gesetzlichen Rente scheinen sich in den Einschätzungen der Bürger niedergeschlagen und Verunsicherung ausgelöst zu haben“, lautet die Einschätzung von Seiten des DIA. Auch bei der privaten Altersvorsorge mit 4,8 (Vorjahr: 5,9) und der betrieblichen Altersvorsorge mit 5,0 (Vorjahr: 5,7) litt das Vertrauen. Das BRSG scheint in Bezug auf die bAV also noch nicht den erhofften Effekt erzielt zu haben.

Auf Skepsis folgt Resignation

In der Folge des sinkenden Vertrauens wuchs auch der Anteil derer, die im Alter von einem sinkenden Lebensstandard ausgehen. Im Vergleich zum Jahr 2017 (23 Prozent) gehen aktuell sogar 32 Prozent der Befragten von einer deutlichen Senkung aus. Dass sie ihren Lebensstandard im Ruhestand halten (2017: 26 Prozent; 2018: 25 Prozent) oder gar steigern können (2017: 9 Prozent; 2018: 5 Prozent), glauben immer weniger Bundesbürger. Dass die Angst vor Altersarmut hierzulande wächst, wurde erst vor wenigen Tagen wieder bestätigt.

Die DIA-Umfrage ergab außerdem, dass weniger Menschen davon ausgehen, ausreichend für das Alter vorgesorgt zu haben (2017: 36 Prozent; 2018: 34 Prozent). In der Folge ist eine Art Resignation festzustellen. So gaben nur noch 29 Prozent (2017: 35 Prozent) an, ihre nicht ausreichende Altersvorsorge in den nächsten 12 Monaten nach oben anzupassen. Dagegen stieg der Anteil derer, die auch in den nächsten 12 Monaten nichts an ihrer Situation ändern wollen oder können (2017: 30 Prozent; 2018: 37 Prozent). Nicht selten wird dafür ein zu geringes Einkommen als Grund genannt.

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