1,4 Millionen Euro Schaden: Wie Allianz abgezockt wurde

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Mit fingierten Schäden soll ein Schadengutachter die Allianz um 1,4 Millionen Euro betrogen haben. Vor dem Landgericht Leipzig begann der Prozess gegen den Mann. Wie die Millionen-Abzocke der Allianz funktioniert haben soll.

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Vor dem Landgericht Leipzig muss sich ein ehemaliger Schadengutachter der Allianz verantworten. Vorwurf: Untreue. Foto: Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa

Geplatzte Rohre, defekte Waschmaschinen und ausgelaufene Geschirrspüler: Wasserschäden sind teuer und gar nicht mal selten. Das soll sich ein Leipziger Allianz-Schadengutachter zu Nutze gemacht haben. Laut Staatsanwaltschaft fingierte der 55-jährige vierfache Familienvater bevorzugt Hausratschäden. Der entstandene Schaden soll laut Anklageschrift 1,4 Millionen Euro betragen.

Wie der Betrug funktioniert haben soll

Um die Versicherung zu betrügen, soll der Schadengutachter mit einem regelrechten Netzwerk aus Hauseigentümern und Handwerkern zusammengearbeitet haben: Die beteiligten Hauseigentümer- bzw. -verwaltungen meldeten Schäden, die es gar nicht gab und Handwerker belegten diese mit Bildern aus ihrem Fundus und stellten Rechnungen für die Beseitigung der Schäden. Schadengutachter Alexander N. soll dann, als Beauftragter der Allianz, die Schäden „abgesegnet“ haben. Bis zu 132.000 Euro pro fingierten Schadensfall wurden auf diese Weise ergaunert, so der Vorwurf der Staatsanwaltschaft.

So fiel der Versicherungsbetrug auf

Wie mehrere Medien übereinstimmend berichteten, soll der Schaden 2009 bei internen Prüfungen der Allianz aufgefallen sein. Der Versicherungsriese kündigte dem Mann und übergab die Sache der Staatsanwaltschaft. Die ermittelte fünf Jahre lang und stieß dabei auf das Betrügernetzwerk, dem auch bekannte Leipziger Ärzte angehören sollen. Angehörige dieses Netzwerks wurden bereits wegen Versicherungsbetrug verurteilt.

Am Dienstag, den 15. Januar, begann nun der Prozess gegen N. wegen Untreue. Wie die Staatsanwaltschaft Leipzig gegenüber procontra mitteilte, wird vor dem Landgericht Leipzig (Az.: 6 KLs 209 Js 20452/10) verhandelt. Die nächsten Hauptverhandlungstermine wurden auf den 22.01.2019 und den 29.01.2019 festgelegt.

Schadengutachter Alexander N. und der Mitangeklagte Thomas G., der betrugswillige Versicherungsnehmer „zugeführt“ haben soll, ließen über ihre Anwälte die Einstellung des Verfahrens wegen „überlanger Dauer“ beantragen und machten erstmal keine Angaben zur Sache.

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