Württembergische erntet Kritik für doppelte Riester-Kosten

Versicherungen von Florian Burghardt

Erneut volle Abschluss- und Vertriebskosten bei einer zulagenbedingten Änderung des Riester-Eigenbeitrags – das wirft die Verbraucherzentrale Hamburg der Württembergischen Lebensversicherung vor. Diese nahm gegenüber procontra Stellung.

Die Verbraucherschützer reiben sich an der Kostenabrechnung der Württembergischen Lebensversicherung.

Die Verbraucherschützer reiben sich an der Kostenabrechnung der Württembergischen Lebensversicherung. Bild: W&W

Die Verbraucherzentrale Hamburg (VZHH) kritisiert eine doppelte Abrechnung von Abschluss- und Vertriebskosten bei Riester-Verträgen durch die Württembergische Lebensversicherung. Demnach würde der zur Wüstenrot & Württembergische Gruppe (W&W) gehörende Versicherer auch bei einer zulagenbedingten Änderung des Eigenbeitrags erneut die vollen Kosten auf den Lebenswert berechnen – obwohl sich der Gesamtbeitrag des Versicherten nicht ändert.

Normalerweise fallen bei bestehenden Verträgen nur durch Erhöhungen des Gesamtbeitrags beziehungsweise des Lebenswerts neue Kosten an. Fließt dem Vertrag nach der Geburt eines Kindes irgendwann eine Kinderzulage zu und reduziert dadurch die laufenden Eigenbeiträge des Vertragsinhabers, so fallen dafür keine erneuten Abschluss- und Vertriebskosten an.

Vor allem Riester-Sparer mit Kindern betroffen

„Die Württembergische Versicherung bittet ihre Kunden in einem solchen Fall ein weiteres Mal zur Kasse und verlangt für neue Kinderzulagen erneut Abschluss- und Vertriebskosten. Doch damit nicht genug. Fällt die Zulage des Riester-Sparers wieder weg, verlangt die Württembergische abermals Abschluss- und Vertriebskosten auf die dann wieder erhöhten Eigenbeiträge. Obwohl sich der Gesamtbeitrag des Versicherten nicht verändert, zahlt er bei jeder zulagenbedingten Änderung des Eigenbeitrags erneut Abschluss- und Vertriebskosten“, heißt es von Seiten der VZHH.

Allerdings weisen die Hamburger Verbraucherschützer (gehört zum Verbraucherzentrale-Bundesverband) auch darauf hin, dass die mehrfache Erhebung von Abschluss- und Vertriebskosten nicht gesetzlich verboten ist. Diese Praxis würde allerdings zu spürbaren finanziellen Einbußen bei Verbrauchern führen. Vor allem Riester-Sparer mit Kindern seien davon betroffen. Dabei würde der Gesetzgeber gerade diese eigentlich als besonders förderungswürdig erachten.

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