Wird „DSGVO“ das Unwort des Jahres?

Panorama von Florian Burghardt

Wäre die Wahl zum Unwort des Jahres für DSGVO-gestresste Vermittler eine kleine Genugtuung? Immerhin wurde der Begriff der Jury in diesem Jahr schon sehr häufig vorgeschlagen. Doch aller Häme zum Trotz führt an der Weiterbildung zum Thema kein Weg vorbei.

Die DSGVO stresst nicht nur Vermittler. Viele Menschen sehen darin das Unwort des Jahres.

Die DSGVO stresst nicht nur Vermittler. Viele Menschen sehen darin das Unwort des Jahres. Bild: geralt/Pixabay

Die Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) muss seit dem 25. Mai dieses Jahres angewendet werden – und sorgt seitdem bei vielen Menschen für Kopfzerbrechen. Vor allem kleine und mittlere Unternehmen wie Maklerbüros und andere Vermittlerbetriebe ächzen unter den umfangreichen neuen Datenschutz-Anforderungen.

Für manche von ihnen könnte es eine kleine Genugtuung sein, dass sie mit ihren Problemen nicht alleine dastehen. Denn „DSGVO“ sei bei der aktuellen Wahl zum Unwort des Jahres neben „Asyltourismus“ besonders häufig vorgeschlagen worden, heißt es von Seiten der „Sprachkritischen Aktion Unwort des Jahres“, die die Wahl seit 1995 durchführt.

DSGVO ein klassisches Missverständnis

Anders als bei dem vom bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder verwendeten Begriff handle es sich bei den zahlreichen DSGVO-Einreichungen aber um ein klassisches Missverständnis, erklärte Jury-Sprecherin Nina Janich der dpa. Denn die Einsender würden sich hier eigentlich über die Sache an sich ärgern und nicht über den Begriff. Somit stehen die Chancen für den zweifelhaften Sieg beim Unwort des Jahres für „DSGVO“ trotz großer Beteiligung eher schlecht.

Die Jury würde aber ohnehin nicht nach der Häufigkeit eines Vorschlags entscheiden. Sie kritisiert vielmehr Formulierungen, die "gegen das Prinzip der Menschenwürde" und "Prinzipien der Demokratie" verstoßen, weil sie "einzelne gesellschaftliche Gruppen diskriminieren" oder "euphemistisch, verschleiernd oder gar irreführend" sind, heißt es weiter.

Mit Weiterbildung gegen den Frust

Vermittler müssen ihrem Frust über die EU-Richtlinie also anderweitig Luft machen – oder sie gar nicht erst zum Frust-Thema werden lassen. Dabei helfen können zum Beispiel die kostenlosen DSGVO-Webinare auf der Onlinemesse profino. Darüber hinaus hat sich procontra in diesem Jahr intensiv mit den neuen Datenschutzbestimmungen speziell aus Sicht von Versicherungsvermittlern beschäftigt. Unter dem Begriff „DSGVO-Frage der Woche“ finden sich über die procontra-Suchfunktion zahlreiche Artikel mit konkreten Fragen und natürlich auch Antworten rund um die datenschutzrechtlichen Themen des Vermittleralltags. 

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