So viel/wenig verdienen Versicherungsmakler 2018

Berater von Florian Burghardt

Wie viel Gewinn macht der freie Vertrieb in diesem Jahr und wo liegen die Ober- und Untergrenze? Das hat erneut der Vermittlerverband AfW abgefragt. In den Zahlen sieht er auch wichtige Argumente für die politische Diskussion um einen Provisionsdeckel.

Bei den meisten Maklern bleibt laut AfW-Vorstand Frank Rottenbacher viel zu wenig zum Leben übrig.

Bei den meisten Maklern bleibt laut AfW-Vorstand Frank Rottenbacher viel zu wenig zum Leben übrig. Bild: geralt/Pixabay.com

Der deutsche Versicherungsmakler wird in diesem Jahr durchschnittlich rund 2.500 Euro mehr Gewinn erzielen als in 2017. Das geht aus dem aktuellen Vermittlerbarometer des Bundesverband Finanzdienstleistung AfW hervor. Im vergangenen Jahr hatte der durchschnittliche Gewinn beziehungsweise Überschuss aus den jährlichen Provisionseinnahmen bei 47.400 Euro gelegen. In diesem Jahr wird er, der Auswertung zufolge, bei 49.970 Euro landen.

An der diesjährigen Umfrage haben sich 1.340 unabhängige Vermittlerinnen und Vermittler beteiligt. Trotz des leichten Gewinnanstiegs gruppierten sich unverändert 68 Prozent der Teilnehmer laut Selbstauskunft in die Einkommensklasse bis 50.000 Euro Jahresgewinn ein. Fast jeder siebte Makler, der sich an der Umfrage beteiligt hat, liegt mit seinem Jahresgewinn unter 10.000 Euro, fast jeder Vierte unter 25.000 Euro.

Argumente gegen einen Provisionsdeckel

„Wenn über zwei Drittel der selbständigen Makler einen Gewinn von unter 50.000 Euro haben, dann zeigt es, wie falsch die immer wieder geschürte Neid-Diskussion über angebliche Vielverdiener oder gar Abzocker ist. Wenn man von diesem Gewinn noch sein unternehmerisches Risiko und seine Altersvorsorge bestreiten muss, dann bleibt viel zu wenig zum Leben übrig. Diese Daten können wir daher sehr gut für unsere Gespräche mit der Politik verwenden“, so AfW-Vorstand Frank Rottenbacher.

Laut AfW stehen in den nächsten Monaten intensive Diskussionen mit Politikern und Ausschüssen um die mögliche Einführung eines Provisionsdeckels für Lebensversicherungen an. Erst vor wenigen Tagen hatte der Verband auf einer Fachveranstaltung erste Ergebnisse aus dem Vermittlerbarometer 2018 bekanntgegeben. Demnach erwarten die Vermittler in der LV einen Umsatzrückgang um 21 Prozent, falls die Abschlussvergütung auf 25 Promille gedeckelt wird. Sollten auch biometrische Produkte vom Deckel betroffen sein, werden gar 36 Prozent Umsatzeinbruch erwartet.

Als Lichtblick wertet der AfW hingegen, dass in diesem Jahr 15 Prozent seiner befragten Makler bis zu 75.000 Euro und 7 Prozent bis zu 100.000 Euro Gewinn erzielen werden. Beide Werte liegen allerdings unter denen aus dem Jahr 2010, in dem das Vermittlerbarometer zum ersten Mal durchgeführt wurde. Auf einen Jahresüberschuss von über 100.000 bis über 200.000 Euro kommen 10,5 Prozent (2010: 6,3 Prozent).

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