Schadenregulierung: Wo Maklern der Schuh drückt

Berater Versicherungen Top News Meistgeklickt von Detlef Pohl

Schadenregulierung ist für die meisten Kunden der Gradmesser, ob eine Versicherung etwas taugt oder nicht. Makler sind daher sehr bemüht, den Kunden da zur Seite zu stehen. Über ihre Erfahrungen im Alltag mit Versicherern kündet eine neue Studie.

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Wo Maklern bei der Schadenregulierung der Schuh drückt... Shutterstock.com / Kaspars Grinvalds

Als Mittel zur mehr Kundenbindung und Kundenzufriedenheit bezeichnen Makler es, den Kunden bei der Schadenregulierung zu begleiten. 86 Prozent der befragten Vermittler zählen die Schadenregulierung zu ihren ureigenen Aufgaben. Als gemeinsame Aufgabe – Vermittler und Versicherer – wird die Schadenabwicklung von 74 Prozent der Befragten empfunden. Lediglich 5,5 Prozent sind der Meinung, dass die Schadenregulierung ausschließlich Sache des Versicherers ist.

Diese Ergebnisse zeigt die Studie „Trends IV/2018“, die die Meinung der Makler zur Schadenregulierung im privaten Schaden-/Unfallgeschäft abgefragt hat. Die Studie stammt von der der BBG Betriebsberatung; 357 Makler und Mehrfachagenten haben sich beteiligt.

Die SHUK-Sparte ist besonders repräsentativ, da Privathaftpflicht-, Hausrat-, Kfz- und Wohngebäudepolicen nach Angaben der Makler die vier umsatzstärksten Produkte überhaupt im letzten Quartal waren (procontra berichtete). Rechtsschutz (Platz 6), gewerbliche Sachversicherung (Platz 8) und Unfall (Platz 10) komplettieren den aktuellen hohen Stellenwert der SHUK-Sparte.

Unterschiedliche BGH-Urteile zur Schadenhilfe

Die hohe Bereitschaft der Makler zur „Schadenhilfe“ kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass im Ernstfall enge Grenzen für die Vermittler gesetzt sind. So hatte der Bundesgerichtshof (BGH) vor nicht allzu langer Zeit im Zusammenhang mit der Abwicklung von Schadensersatzansprüchen Dritter über eine Haftpflichtversicherung entschieden: Maklern ist die Regulierung von Schäden in der Regel nicht als Nebenleistung zum Berufsbild erlaubt (Az.: I ZR 107/14).

„Dennoch gibt es eine Pflicht des Versicherungsmaklers zur Schadenbearbeitung“, sagt Kathrin Pagel, Fachanwältin für Versicherungsrecht bei der Hamburger Kanzlei Michaelis Rechtsanwälte. „Im Verhältnis zu seinem Kunden schuldet der Makler originär eine Schadenbearbeitung“, erklärte Pagel mit Verweis auf ein anderes BGH-Urteil (Az.: I ZR 143/16) vom 30. November 2017 (procontra berichtete).

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