Sachwerte & AIF - wie geht's 2019 weiter?

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Immobilienmarkt Deutschland

„Die Nachfrage nach Wohnraum wird stabil bleiben“

Jürgen Michael Schick, Präsident des Immobilienverbands IVD


Wie bewerten Sie die Preisentwicklung deutscher Wohnimmobilien in 2018?
In diesem Jahr beobachten wir bundesweit und über alle Segmente ganz unterschiedliche Preisentwicklungen beim Wohneigentum. In einzelnen Städteklassen und Segmenten wuchsen die Preissteigerungsraten weiter, aber generell zeichnet sich eine leichte Beruhigung der Märkte ab, vor allem bei Einfamilienhäusern und außerhalb der Großstädte. Das zeigt unser aktueller IVD-Wohn-Preisspiegel 2018/2019.

Die Nachfrage nach Eigentumswohnungen in Großstädten bleibt weiterhin auf hohem Niveau und spiegelt sich in den Preiszuwächsen (bundesweit 8,9 Prozent 2018) wider. Das Preiswachstum in Kleinstädten schwächt sich dagegen ab. Auffällig in diesem Jahr ist eine zunehmende Differenzierung der Preisentwicklung nach Wohnwerten und Orten.

So hat zum Beispiel die Preisdynamik für Bestandswohnungen mit mittlerem Wohnwert im Vergleich zum Vorjahr leicht angezogen, während sie im Neubau (mittlerer Wohnwert) gefallen ist. Der Grund dafür dürfte in dem bereits sehr hohen Preisniveau von neugebauten Eigentumswohnungen liegen. Die Nachfrage verlagert daher sich zunehmend auf die Segmente, wo die Preise noch erschwinglich sind.

Wie schätzen Sie das Risiko einer Spekulationsblase ein?
Die Gefahr einer Immobilienblase sehe ich nach wie vor nicht. Die demographische Nachfrage nach Wohnraum wird aufgrund der wieder wachsenden Geburtsrate und eines anhaltend hohen Niveaus an Zuzügen im Großen und Ganzen stabil bleiben. Der überwiegende Teil der Immobilienkäufe ist solide finanziert mit einer breiten Eigenkapitalbasis. Entsprechend beruht auch das Preiswachstum weitestgehend auf einer mit Eigenkapital gedeckten Nachfrage.

Ein Zusammenbruch der Preise wie in den USA vor zehn Jahren droht daher nicht. Es kann aber vereinzelt zu Preiskorrekturen kommen. In den vergangenen Jahren wurde in ländlichen Regionen ein Überangebot an Wohnungen geschaffen, während sich die Nachfrage auf die Ballungsräume konzentriert. Hier sind Überbewertungen möglich. Auch kann eine Änderung der makroökonomischen Bedingungen, vor allem der Zinssätze, dazu führen, dass Kapital wieder vermehrt in andere Anlageklassen investiert und aus dem Immobilienmarkt abgezogen wird. Die Effekte wären aber, wie gesagt, lediglich Preiskorrekturen - keine platzenden Blasen.

Mit welcher Entwicklung rechnen Sie in 2019 und Folgejahren?
Unter der Voraussetzung, dass sich die makroökonomische Situation nicht grundlegend ändert, erwarten wir in den nächsten Jahren eine Verlangsamung der Preisentwicklung. Wie bereits erklärt, beobachten wir eine sinkende Elastizität der Nachfrage bei Preisanstiegen. Außerdem weisen Indikatoren wie die Baugenehmigungszahlen darauf hin, dass der Neubau langsam an Fahrt gewinnt. Mittelfristig könnte sich das Angebot wieder der privaten Nachfrage nähern. Die Anlegernachfrage wird mittelfristig ebenfalls sinken, denn die Phase der niedrigen Zinssätze wird absehbar zu ihrem Ende kommen. Derzeit sieht es aber so aus, als ob diese Entwicklung erst im übernächsten Jahr zum Tragen kommen könnte.

Seite 1: Stabile Nachfrage nach deutschen Wohnimmobilien Jürgen Michael Schick, IVD
Seite 2: Gold weiter seitwärts Dora Borbély, DekaBank
Seite 3: Elektromobilität hilft Silber Gabor Vogel, DZ Bank
Seite 4: Steigendes Passagieraufkommen verleiht Flugzeugfonds Flügel Anselm Gehling, Dr. Peters
Seite 5: Immobilienfonds dominieren Publikums-AIFs Stephanie Lebert, Scope Analysis
Seite 6: Bestellerprinzip erhöht Transparenz Steffen Wicker, Homeday


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