Merz will Altersvorsorge durch Aktien begünstigen

Berater von Florian Burghardt

Im Falle seiner Wahl zum CDU-Vorsitzenden will sich Friedrich Merz für ein steuerliche Begünstigung von Aktien als Altersvorsorge stark machen. Seine Kritiker wähnen durch solche Vorhaben Interessenkonflikte mit der Finanzbranche.

Will den Deutschen die Altersvorsorge via Aktien schmackhaft machen: Friedrich Merz, CDU.

Will den Deutschen die Altersvorsorge via Aktien schmackhaft machen: Friedrich Merz, CDU. Bild: Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa

Friedrich Merz (63) kämpft derzeit gegen Annegret Kramp-Karrenbauer (56) und Jens Spahn (38) um den Posten des neuen CDU-Vorsitzenden. Was die Deutschen von ihm politisch in Sachen Altersvorsorge erwarten dürfen – sollte am kommenden Freitag die Wahl auf ihn fallen – machte Merz nun in einem Interview mit der Zeitung Welt am Sonntag deutlich.

So plädiert der Wirtschaftspolitiker für eine verstärkte staatliche Förderung für die Altersvorsorge durch Aktien. „Wir sollten die Aktienmärkte nutzen, um langfristig eine bessere Vermögens- und Kapitalbildung in den privaten Haushalten zu schaffen. Dann wird für viele Menschen in Deutschland der Erwerb eines Eigenheims leichter werden“, sagte Merz dem Blatt.

Im Alter abschlagsfrei

Konkret hält er eine steuerliche Begünstigung von Aktienprodukten für besonders sinnvoll. „Denkbar wäre ein jährlicher Freibetrag, unter dem man einen auf Aktien basierenden Spar- oder Vorsorgeplan aufbaut. Dieser dürfte im Alter nicht mehr nachversteuert werden“, erklärte Merz. Dabei hält er es für wichtig, dass dieses Aktienpaket ausschließlich der Alterssicherung diene und erst dann abschlagsfrei aufgemacht werden dürfe, wenn die gesetzliche Altersgrenze erreicht sei.

Wie der Bewerber um den CDU-Vorsitz weiter ausführt, würde der Bundeshaushaushalt jedes Jahr 100 Milliarden Euro ausgeben, um die Rentenversicherung zu stabilisieren. Aus Merz‘ Sicht „müsste ein kleiner einstelliger Milliardenbetrag, der zusätzlich anfällt, wenn entsprechende Freibeträge eingeführt werden, zu verkraften sein.“

Droht ein Interessenkonflikt?

In der anhaltenden Niedrigzinsphase rücken Varianten der kapitalmarktnahen Altersvorsorge zunehmend in den Mittelpunkt der Diskussion. Allerdings wähnen Merz‘ Kritiker aufgrund seines politischen Bestrebens einen Interessenkonflikt mit der Finanzbranche. Der Jurist, von 1994 bis 2009 Mitglied des Bundestags und von 2000 bis 2002 Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, hatte seit seinem überwiegenden Rückzug von der deutschen Politikbühne mehrere verschiedene Aufsichtsratsmandate übernommen. Die meisten davon bei großen Finanzdienstleistern.

Unter anderem ist er seit März 2016 als Aufsichtsratsvorsitzender für Blackrock Deutschland tätig, den hiesigen Ableger des größten Vermögensverwalters der Welt (ca. 6,5 Billionen US-Dollar verwaltetes Vermögen). Anfang November durchsuchten Ermittler dessen Geschäftsräume in München aufgrund des Verdachts einer Verstrickung in Cum-Ex-Transaktionen. Die kritischen Vorgänge betreffen allerdings die Zeit vor Merz‘ Zuständigkeit. Für den Fall seiner Wahl zum CDU-Chef hat Merz angekündigt, alle Aufsichtsmandate freiwillig niederzulegen.

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