Jagdfeld vs. Signal Iduna: Mammut-Prozess droht

Versicherungen von Florian Burghardt

Der Prozess um die mutmaßliche „Rufmordkampagne“ an Adlon-Investor Anno August Jagdfeld wird immer größer. Nachdem die Schadenersatzforderung gegen die Signal Iduna auf eine Milliarde Euro erhöht wurde, sind nun 18 neue Verhandlungstage angesetzt.

Die Hauptverwaltung der Signal Iduna in Dortmund. bei dem Versicherer zeigt man sich entspannt, nennt die Vorwürfe des Adlon-Investors Jagdfeld "absurd und völlig haltlos".

Die Hauptverwaltung der Signal Iduna in Dortmund. bei dem Versicherer zeigt man sich entspannt, nennt die Vorwürfe des Adlon-Investors Jagdfeld "absurd und völlig haltlos". Bild: Signal Iduna

Der Rechtsstreit zwischen dem Immobilieninvestor Anno August Jagdfeld und dem Versicherer Signal Iduna könnte sich noch zu einem echten Mammut-Prozess entwickeln. Wie Jagdfeld selbst nun in einem Brief an die etwa 4.400 Anleger des Adlon-Fonds erklärte, habe das Dortmunder Landgericht neue Prozesstermine bis hinein ins Frühjahr 2020 angesetzt.

Konkret spricht der Adlon-Investor, der rund eine Milliarde Euro Schadenersatz von dem in Dortmund ansässigen Versicherer fordert, von 18 weiteren Verhandlungstagen. Diese sollen sich von Anfang Oktober 2019 bis Ende Februar 2020 erstrecken und der weiteren Beweisaufnahme dienen. Nachdem im vergangenen Februar bereits Signal Iduna Konzern-Chef Ulrich Leitermann vor dem Dortmunder Landgericht ausgesagt hatte, werden Jagdfeld zufolge auch bei den neuen Verhandlungstagen Angehörige aus der Vorstandsetage des Versicherers als Zeugen geladen sein. Allerdings geht es dabei nicht um Mitglieder des Vorstands, sondern um die beiden Assistentinnen Leitermanns. „Wir behalten uns selbstredend vor, die Ladung weiterer Zeugen zu beantragen, die Licht in das Dunkel bringen können“, schreibt Jagdfeld in dem Brief an seine Anleger.

Wie einst bei Leo Kirch?

Darin verweist der Immobilieninvestor auch auf Aussagen des vorsitzenden Richters. Dieser habe den Versicherer bereits darauf hingewiesen, dass es für ihn im Laufe der Zeit immer teurer werden könne, wie dies schon im zwölf Jahre dauernden Verfahren des Medienunternehmers Leo Kirch gegen die Deutsche Bank der Fall gewesen sei. Am Ende hatte die Bank Kirch mehrere hundert Millionen Euro zahlen müssen. Wie Jagdfeld berichtet, habe der Richter das Vorgehen des Versicherers, keine Rückstellungen für einen möglichen Schadenersatz zu bilden, als „kühn“ bezeichnet.

Signal Iduna zeigt sich entspannt

Weniger kühn, als vielmehr entspannt und siegessicher zeigte man sich seitens der Signal Iduna auf procontra-Nachfrage. „Herr Jagdfeld wird das Gericht nicht überzeugen können, egal wie viele Zeugen noch befragt werden. Denn niemand aus der Signal Iduna Gruppe hat sich jemals negativ über Herrn Jagdfeld geäußert. Die Vorwürfe von Herrn Jagdfeld sind absurd und völlig haltlos“, erklärte Unternehmenssprecher Edzard Bennmann. Auch den Mammut-Prozess relativiert der Versicherer. So wären tatsächlich nur zu 6 der 18 Termine Zeugen geladen. Aus Sicht der Signal Iduna habe sich auch durch die neuen Termine nichts am Sachstand von Februar 2018 geändert.

Hintergrund: Im Streit geht es um zu geringe Ausschüttungen an dem von Jagdfeld aufgelegten Adlon-Fonds. Hierauf hatte sich eine Schutzgemeinschaft der Anleger gebildet. Für diese sprach ein Berliner Rechtsanwalt, der Jagdfeld scharf in der Öffentlichkeit kritisierte und später auch wegen Untreue anzeigte. Jagdfeld sieht hierin eine „Rufmordkampagne“, für die er die Signal Iduna verantwortlich macht.

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