Fonds: Vorabpauschale und weitere Steuer-Tipps

Investmentfonds Top News von Detlef Pohl

Schon seit knapp einem Jahr ist die Investmentsteuerreform in Kraft. Ab 2019 bringt sie weitere Änderungen mit sich, insbesondere zur Jahressteuerbescheinigung und zur Fondsbesteuerung. Wann die neue Vorabpauschale greift und wann nicht.

Die Fondsbesteuerung wird ab Neujahr komplizierter. Vor allem bei thesaurierenden Fonds wird nun ein fiktiver Ertrag unterstellt und pauschal vorab ermittelt und abgezogen.

Die Fondsbesteuerung wird ab Neujahr komplizierter. Vor allem bei thesaurierenden Fonds wird nun ein fiktiver Ertrag unterstellt und pauschal vorab ermittelt und abgezogen. Bild: Pixabay

Ein Jahr nach Inkrafttreten der Investmentsteuerreform kommt es zu einigen gravierenden Änderungen für Fondsanleger. Die erste Änderung betrifft die Jahressteuerbescheinigung (JStB): Diese erhalten Anleger für das Jahr 2018 bis zum 30. April 2019 – nicht, wie im letzten Jahr, schon im Februar. Die JStB finden Kunden bei Direktbanken dann automatisch in digitaler Form in ihrer Postbox.

Die elektronische JStB können Kunden für ihre Steuererklärung nutzen – einfach ausdrucken und an das Finanzamt oder den Steuerberater senden. Eine Original-JStB per Post erhalten Kunden laut ING (ehemals ING-DiBa) nur noch bei Erbschaften mit gültiger Versandadresse der Erben – auch automatisch bis zum 30. April 2019.

Neben der JStB gibt es von den Banken beziehungsweise Depotstellen/Plattformen automatisch auch die Erträgnisaufstellung. Sie hilft beim Ausfüllen der Steuerklärung, indem man die Einzelpositionen der JStB leichter nachvollziehen kann.

Neu ab 2019: die Vorabpauschale

Neben dem neuen Versandtermin der JStB gibt es eine weitere Änderung, die für Wertpapier-Inhaber relevant ist: 2019 werden erstmals alle Investmentanteile anhand einer Pauschale besteuert – der sogenannten Vorabpauschale.

Die Vorabpauschale bildet den Wertzuwachs des Fonds und/oder ETF im abgelaufenen Kalenderjahr ab. Dieser gilt am 1. Januar des Folgejahrs als zugeflossen und ist sofort steuerpflichtig. Deshalb wird die Vorabpauschale für Wertsteigerungen aus 2018 erstmals Anfang 2019 berechnet. Ausnahmen: Der Fonds hat keine Wertsteigerungen erzielt, oder die schon ausgeschütteten Erträge waren höher als die Wertsteigerung. Wie hoch die Vorabpauschale sein wird, wissen Banken und andere Depotstellen erst Anfang Januar.

Für Anleger bedeutet das: Das Depotverrechnungskonto wird voraussichtlich am Jahresanfang mit Steuern belastet. Ausnahmen (procontra berichtete):

  • Der Freistellungsauftrag ist ausreichend hoch.
  • Der Anleger hat eine Nichtveranlagungsbescheinigung eingereicht.
  • Nicht verrechnete allgemeine Verluste gleichen die Steuerbelastung aus.

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