BRSG: Viele Arbeitgeber planlos bei Zuschusspflichten

Berater von Florian Burghardt

Das Betriebsrentenstärkungsgesetz bringt auch einen bAV-Pflichtzuschuss für Arbeitgeber mit sich. Doch was dieser genau bedeutet und ab wann er gilt, darüber irren die meisten Chefs laut einer Umfrage. Die Versicherungsbranche bemüht sich indes um Aufklärung.

Viele Arbeitgeber irren bei der Bedeutung der bald gültigen bAV-Zuschusspflicht. Die meisten haben sogar gar keine Ahnung.

Viele Arbeitgeber irren bei der Bedeutung der bald gültigen bAV-Zuschusspflicht. Die meisten haben sogar gar keine Ahnung. Bild: geralt/Pixabay

Seit dem 01. Januar 2018 ist das Betriebsrentenstärkungsgesetz (BRSG) in Kraft. Es bringt unter anderem einen 15-prozentigen Pflichtzuschuss für Arbeitgeber mit sich, der ab dem 01. Januar 2019 für alle neuen Entgeltumwandlungen gelten wird. Ab dem 01. Januar 2022 wird er dann auch auf bestehende bAV-Verträge ausgeweitet.

Eine tiefgreifende Veränderung also, von der aber die meisten Arbeitgeber anscheinend noch nichts wissen oder sie falsch verstanden haben. Das belegt eine Umfrage der YouGov Deutschland GmbH im Auftrag der Signal Iduna Gruppe. Im Zeitraum zwischen dem 28.11.2018 und dem 03.12.2018 wurden dafür 528 Unternehmensentscheider befragt.

Nur 17 Prozent wissen Bescheid

Jeder Vierte von ihnen nimmt fälschlicherweise an, dass die Arbeitgeber-Zuzahlungen zur bAV weiterhin auf freiwilliger Basis erfolgen können. Rund 15 Prozent der Chefs glauben, dass der Arbeitgeber auch dann zur Zuzahlung verpflichtet ist, wenn er durch die Entgeltumwandlung keine Sozialversicherungsbeiträge einspart – doch auch das ist falsch. Gerade einmal 17 Prozent der Befragten kannten sich mit der für sie direkt relevanten Materie aus. Der Rest (43 Prozent) gab an, dass sie es nicht wüssten.

Nicht nur zum Inhalt, auch zum Zeitpunkt des Inkrafttretens der neuen Regelungen herrscht großer Irrglauben bei den Unternehmensentscheidern. Der mit 38 Prozent größte Anteil der Befragten glaubt, dass die Zuschusspflicht bereits seit dem 01.01.2018 für alle neu abgeschlossenen Verträge gilt. Nur 26 Prozent wussten, dass es erst in gut zwei Wochen losgeht. Mehr als jeder Dritte (36 Prozent) musste auch bei dieser Frage unwissend passen.

BRSG-Wirkung darf nicht verpuffen

Zu den Ergebnissen der Online-Umfrage sagte Clemens Vatter, Konzernvorstand der Signal Iduna und zuständig für die Lebensversicherung: „Ein Gesetz verabschieden ist eine Sache. Doch das allein reicht bei weitem nicht aus, wie wir sehen. Eine breit angelegte öffentliche Informationskampagne hätte die Neuerungen und Chancen des BRSGs den Arbeitgebern und Arbeitnehmern näherbringen können. Nun muss sich insbesondere die Versicherungsbranche darum kümmern, dass die Wirkung des BRSGs nicht verpufft.“

Damit es nicht dazu kommt, haben sich bereits vier bAV-Konsortien gebildet, um das Sozialpartnermodell als neuen, fünften Durchführungsweg der betrieblichen Altersversorgung voranzutreiben: „Die Deutsche Betriebsrente“ (Talanx und Zurich), „Das Rentenwerk“ (Barmenia, Huk-Coburg, Gothaer, Stuttgarter und Debeka), die "Initiative Vorsorge" (Alte Leipziger, LV 1871, die Bayerische und Volkswohl Bund) sowie eine Kooperation zwischen R+V und Union Investment. Experten sind zudem der Meinung, dass Vermittler auch mit der „alten“ bAV weiterhin kräftig punkten können.

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