AfW-Gipfel: Provisionsdeckel bleibt Reizthema

Berater Recht & Haftung Top News von Detlef Pohl

Auf dem 15. Hauptstadtgipfel des Bundesverbandes Finanzdienstleistung stand der Provisionsdeckel für Lebensversicherungen im Mittelpunkt der Diskussion. Politiker und Aufsichtsbehörde BaFin waren extrem unterschiedlicher Meinung.

Einen Provisionsdeckel in der Lebensversicherung sieht Dr. Carsten Brodesser, in der CDU auch für das Thema LVRG-Evaluierung zuständig, als potentiell verfassungswidrig an. Bild: AfW

Für besinnliche Stunden ist es in der Lobbyarbeit für Vermittler noch zu früh. Der AfW – Bundesverband Finanzdienstleistung erwartet den nächsten Tagen und Wochen noch intensive Diskussionen mit der Politik rund um die Themen Provisionsdeckel für Lebensversicherungen (procontra berichtete) sowie eine mögliche BaFin-Aufsicht für 34f-Vermittler (procontra berichtete).

Ein Höhepunkt in dieser Hinsicht war vergangene Woche der 15. Hauptstadtgipfel des AfW, wo 40 Vorstände und Geschäftsführer der Finanzdienstleistungsbranche mit Politikern und der Aufsichtsbehörde BaFin aktuelle Regulierungsvorhaben diskutierten. Im Vordergrund stand die Frage des Provisionsdeckels auf Lebensversicherungen.

Provisionsdeckel könnte über ein Drittel Umsatz kosten

Frank Rottenbacher, AfW-Vorstand für Politik, Bildung und Qualifikation, wertete bei der Gelegenheit das 11. AfW-Vermittlerbarometer, die jährliche Vermittlerumfrage, aus. Diesmal machten 1.340 Makler mit (2017: 1.600). In Bezug auf den Provisionsdeckel wurde nach dem voraussichtlichen Umsatzrückgang gefragt.

Demnach erwarten Versicherungsvermittler im Schnitt 21 Prozent Umsatzrückgang in der Lebensversicherung, falls die Abschlussvergütung auf 25 Promille gedeckelt wird. Sollten auch biometrische Produkte vom Deckel betroffen sein, werden gar 36 Prozent Umsatzeinbruch erwartet. „Diese Zahlen belegen, warum wir uns so vehement gegen den Deckel einsetzen“, so Rottenbacher.

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