5 Fakten, die Sie über nachhaltige Immobilien wissen sollten

Themenseite Baufinanzierung von Beatrix Altmann

Nachhaltigkeit spielt auch beim Hausbau eine immer größere Rolle. Häufig wird von „Green Buildings“ gesprochen. Doch wie teuer sind solche Immobilien – und wo liegen eigentlich die Vorteile? Und worauf sollten Ihre Kunden achten?

Nachhaltigkeit spielt auch beim Hausbau eine immer größere Rolle.

Nachhaltigkeit spielt auch beim Hausbau eine immer größere Rolle. Bild: shutterstock.com/ Aniroot M

Wenn von nachhaltigem Bauen die Rede ist, handelt es sich um Gebäude, die auf der Basis von Nachhaltigkeit errichtet und anschließend auch betrieben werden. Dazu zählen folgende Komponenten: Ökologische Qualität, Ökonomische Qualität und soziale Qualität. Man spricht auch vom sogenannten „Drei-Säulen-Modell“ der Nachhaltigkeit.

Ökologische Qualität

Das Gebäude muss mit umweltfreundlichen Materialien errichtet werden, die sich auch umweltschonend entsorgen lassen. Zugleich sollte die ökologische Bauweise den Umweltschutz fördern. Wenn ein Gebäude nachhaltig gebaut wird, kann die Verwendung umweltfreundlicher Materialien und Bauverfahren gesichert werden. Hier wird nicht nur der Bau, sondern auch der Lebenszyklus des Gebäudes berücksichtigt.

Um die nachhaltige Qualität eines Gebäudes nachzuweisen, gibt es verschiedene Zertifizierungsverfahren für Gebäude. Beispielhaft haben sich folgende Systeme bewährt:

  • Deutsche Gesellschaft für nachhaltiges Bauen (DGNB)
  • Bewertungssystem Nachhaltiges Bauen für Bundesgebäude (BNB)
  • Building Research Establishment Environmental Assessment Method (BREEAM)
  • Leadership in Energy and Environmental Design (LEED)

Ökonomische Qualität

Beim nachhaltigen Bauen sollen vor allen Dingen auch wirtschaftliche Gesichtspunkte bei Planung, Konzeption und Ausführung eine wichtige Rolle spielen. Ein nachhaltiges Gebäude zeichnet sich durch Langlebigkeit aus. Dies kann durch langlebige und umweltfreundliche Materialien gewährleistet werden, durch die Nutzung regenerativer Energiequellen, die Umgestaltung bereits vorhandener Gebäude und die effiziente Nutzung des bereits vorhandenen Bodens.

Mit einem reduzierten Energieverbrauch lässt sich die Energieeffizienz erhöhen – das wirkt sich natürlich auch letztendlich auf den Geldbeutel aus. So kann das Haus Richtung Sonne ausgerichtet werden, um den Heizbedarf zu senken, durch Wärmedämmung kann Energie gespeichert werden und mit Solartechnik lässt sich Strom und Wärme gewinnen.

Grüne Kredite von Banken

Einige Banken fördern in besonderem Maße die nachhaltige Bauwirtschaft. Voraussetzung für ein Darlehen einer sogenannten „grünen Bank“ ist, dass Ihre Kunden die nachhaltige Bauweise durch eine Zertifizierung des Bauvorhabens nachweisen können.

Die staatliche Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) fördert nachhaltiges Bauen und Umbauten. Bauherren müssen jedoch vor dem Bau einen Antrag auf Förderung einreichen, damit dieser im Vorfeld geprüft werden kann, denn ein nachträglicher Antrag auf KfW-Förderung ist in der Regel nicht möglich. Die Fördersumme richtet sich nach dem sogenannten „Ökofaktor“ des Gebäudes. Hierfür wird der Energieeffizienz-Standard des Gebäudes gemessen. Von der KfW werden verschiedene Effizienzhäuser gefördert. Die Standards sind 40 Plus, 40 und 55. Je kleiner die Zahl, desto höher die Energieeffizienz des Gebäudes – und desto höher fällt die KfW-Förderung aus.

Die deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen

Die deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB e.V.) entwickelt Zertifizierungssysteme für nachhaltiges Bauen. Die Zertifizierungsgrade gibt es in den Kategorien Bronze, Silber und Gold. Für die Bewertung der Gebäude zieht die Gesellschaft sechs verschiedene Faktoren heran: Ökonomische Qualität, ökologische Qualität, sozio-kulturelle Qualität sowie technische Qualität, Prozessqualität und Standortqualität.

Das Bewertungssystem nachhaltiges Bauen für Bundesgebäude (BNB)

Das Bewertungssystem nachhaltiges Bauen für Bundesgebäude (BNB) wurde speziell für Bundesgebäude entwickelt. Es basiert auf folgenden Anforderungen: ökologische Qualität, ökonomische Qualität, soziokulturelle und funktionale Qualität und Prozessqualität. Seit 2015 finden die Kriterien des BNB auch im Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR) Anwendung. Private Immobilienbauer können sich darüber Ein- und Mehrfamilienhäuser zertifizieren lassen.

Tipp: Vor dem nachhaltigen Hausbau wird ein entsprechender Sachverständiger benötigt. Diese Gutachterkosten können sehr teuer werden. Ihre Kunden sollten daher die Kosten mit der Einsparung durch Fördermöglichkeiten verrechnen.

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