VKB vs. „die Bayerische“: Dem Namensstreit droht ein jähes Ende

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Im Namensstreit zwischen der Versicherungskammer Bayern und der Bayerischen Beamten Versicherung wird es voraussichtlich zu einem schnellen Ende kommen. Allerdings hat er längst einen tiefen Graben zwischen die beiden Unternehmen gerissen.

So nah sind sich die beiden Versicherer nur noch auf unserem Bild.

So nah sind sich die beiden Versicherer nur noch auf unserem Bild. Bildmontage: procontra/GDV

Der seit rund zwei Jahren währende Namensstreit zwischen der Versicherungskammer Bayern (VKB) und der Versicherungsgruppe „die Bayerische“ könnte nun ein schnelles Ende nehmen. Bei der heutigen mündlichen Verhandlung vor dem Münchener Oberlandesgericht wurden beide Parteien dazu aufgefordert, sowohl Klage als auch Gegenklage zurückzunehmen. Das berichtet die dpa.

Sollten die beiden Versicherer dieser Aufforderung nicht nachkommen, stellte der zuständige Richter Gunnar Cassardt in Aussicht, sämtliche Forderungen beider Seiten abzuweisen. Laut Cassardt sei es sinnvoller, wenn die Beteiligten sich auf den Verkauf von Versicherungen konzentrierten, statt Reserven im Gerichtssaal liegenzulassen.

Rechtsstreit beendet auch Kooperation

Beiden Seiten wurde vom Gericht eine Bedenkzeit von zwei Wochen eingeräumt. Diese möchte man bei der VKB nutzen, um über das weitere Vorgehen zu entscheiden, erklärte eine Sprecherin heute auf procontra-Nachfrage.

„die Bayerische“ positioniert sich bereits deutlicher. „Bei uns geht die Tendenz sehr stark in die Richtung, unsere Widerklage fallen zu lassen“, sagte Vorstandsmitglied Martin Gräfer heute gegenüber procontra. Bei der „Bayerischen“ sieht man sich in der Position der abwehrenden Partei. Von der Klage der VKB, mit der man seit über 10 Jahren unter anderem im Krankenversicherungsbereich zusammenarbeitet, sei man damals sehr überrascht gewesen. Der Rechtsstreit habe auch dazu geführt, dass diese Kooperation zum Jahresende aufgehoben wird. Ein neuer Partner soll bald vorgestellt werden. 

Schnelle Entscheidung?

Nachdem die Bayerische Beamten Versicherung vor 6 Jahren die Marke „die Bayerische“ eingeführt hatte, klagte die VKB im vergangenen Jahr gegen die Namensverwendung. Die Marke würde Kunden in die Irre führen, so dass sie die beiden Versicherer miteinander verwechseln, lauten die Vorwürfe. Das sahen die Richter am Münchener Landgericht nicht so und „die Bayerische“ durfte ihren Namen behalten. Zwischenzeitlich hatte diese dann nachgezogen und ihrerseits eine Gegenklage gegen die VKB gerichtet, dass diese nicht als „Bayerische Versicherungskammer“ auftreten solle.

Falls nun beide Seiten ihre Klagen zurückziehen, erlangt das Landgerichtsurteil Rechtskraft. Derselbe Fall tritt ein, sollte der Richter beide Klagen abweisen. In der Folge würden beide Versicherer ihre Markennamen wie bisher weitertragen.

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