Talanx: „Sozialpartnermodell braucht noch Zeit“

Versicherungen Top News von Michael Fiedler

Das Betriebsrentenstärkungsgesetz (BRSG) ist längst in Kraft. Doch ist auch das neue Sozialpartnermodell im Markt angekommen? procontra fragte bei Fabian von Löbbecke, Vorstandsvorsitzender von Talanx Pensionsmanagement nach. Er ist mitverantwortlich für „Die Deutsche Betriebsrente“, die Konsortiallösung von Talanx und Zurich für das Sozialpartnermodell.

BRSG Betriebsrente Sozialpartnermodell Talanx von Loebbecke

Rechnet in 2019 mit ersten Abschlüssen nach dem neuen Sozialpartnermodell: Fabian v. Löbbecke, Vorstandsvorsitzender von Talanx Pensionsmanagement. Bild: HDI

procontra: Kürzlich haben Sie bekanntgegeben, dass „Die Deutsche Betriebsrente“ angebotsfähig ist. Von Verhandlungen mit Sozialpartnern oder gar von Abschlüssen ist aber nichts zu hören. Woran liegt das?

Fabian von Löbbecke: Wir führen intensive Gespräche mit einer Vielzahl von Sozialpartnern, alle in vertraulichem Rahmen. Bis sich die Beteiligten eine Meinung gebildet haben, braucht es Zeit. Aus zwei Gründen: Zum Ersten ist das Sozialpartnermodell eine neue und äußerst komplexe Materie. Zum Zweiten tragen die Sozialpartner für die Mitglieder, die sie vertreten, eine hohe Verantwortung. Deshalb ist es verständlich und richtig, dass sie alle Faktoren gewissenhaft prüfen und abwägen, bevor sie eine Entscheidung treffen – ganz in Ruhe, ohne den Druck der Öffentlichkeit.

procontra: Konkreter, bitte. Wann rechnen Sie mit ersten Einigungen?

v. Löbbecke: Meine persönliche Einschätzung: Ich rechne mit ersten Einigungen ab 2019 und gehe davon aus, dass die „Deutsche Betriebsrente“ deutliche Mehrwerte für konkrete Umsetzungen bieten wird. Ob im ersten Schritt Flächentarifverträge oder zunächst „nur“ Haustarifverträge geschlossen werden, darüber kann man trefflich streiten.

procontra: Für den Fall, dass das Sozialpartnermodell die Verbreitung der bAV nicht signifikant steigert, hat die Politik bereits die Einführung einer obligatorischen Deutschlandrente angekündigt. Wie wahrscheinlich ist dieses Szenario?

v. Löbbecke: Ich rechne fest damit, dass das Sozialpartnermodell ein Erfolg wird und das Ziel erreicht, mehr Arbeitnehmern zu mehr Rente zu verhelfen. Der Gesetzgeber hat, ergänzend zur bewährten bAV, mit dem Sozialpartnermodell ein ganz neues System geschaffen. Es ist nur fair, den Beteiligten jetzt auch die Zeit einzuräumen, sich in dieses neue System einzuarbeiten. Man darf nicht vergessen: Die bAV ist durch das Betriebsrentenstärkungsgesetz besser, aber auch komplexer geworden. Der Informations- und Beratungsbedarf ist signifikant gestiegen.

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