Mehr Rentenpunkte für pflegende Rentner

Berater von Mailin Bartknecht

Pflegende Rentner erhalten nur bei gleichzeitigem Rentenverzicht eine Rentenerhöhung. Rentenberater decken Konzeptionsfehler in der Rentenreform auf.

Mehr Rentenpunkte für pflegende Rentner.

Mehr Rentenpunkte für pflegende Rentner. Bild: shutterstock.com/rawpixel.com

Rentner, die die Regelaltersgrenze von 65 Jahren erreicht haben und ihre Angehörigen pflegen, haben finanzielle Nachteile: Sie erhalten nur dann eine Rentenerhöhung, wenn sie gleichzeitig auf 1 Prozent ihrer Rente verzichten.

Kritik an Rentenreform

Markus Vogts, Mitglied im Bundesverband der Rentenberater e.V. kritisiert die entsprechende gesetzliche Regelung in einer Pressemitteilung. Sie sei „kompliziert, wirtschaftlich fraglich und zugleich unzumutbar“.

Präsidentin des Bundesverbandes, Anke Voss, pflichtet ihm bei: „Wir sind froh, dass Markus Vogts hier die Initiative ergriffen hat. Das zeigt, dass im komplexen Rentenrecht die Expertise von zugelassenen Rentenberatern außerordentlich wichtig ist.“

Regelungslücke des Gesetzgebers

Rentner, die neben ihrer Regelaltersrente arbeiteten, könnten ihrem Arbeitgeber mit einer einfachen Erklärung anzeigen, dass sie weiter Rentenbeiträge zahlen wollen, so Voss weiter. Die dadurch erworbenen Rentenpunkte erhöhen dann einmal im Jahr die Rente. Für den Bundesverband der Rentenberater also völlig unverständlich, warum das für die Pflegearbeit im privaten Umfeld nicht möglich ist. „Dieser Fehler diskriminiert pflegende Rentner, die der Bundesgesundheitsminister gerade noch als ‚Helden des Alltags‘ bezeichnet hat“, gibt die Präsidentin des Bundesverbands weiter zu bedenken. Absurd, dass gerade sie durch einen Teil-Verzicht auf ihre Rente die eigene Rentenerhöhung mitfinanzieren sollten, bemängelt Voss weiter.

Lösung durch Gesetzesänderung

Die Lösung des Konzeptionsfehlers sähe wie folgt aus: Im Gesetz müsste verankert werden, dass pflegende Rentner immer zusätzliche Rentenpunkte erhalten, egal wie alt sie sind.

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