Lebensversicherung: Harter Brexit macht Verträge undurchführbar

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Kommt ein harter Brexit, droht die „Undurchführbarkeit“ von langfristigen Lebensversicherungsverträgen. Doch auch Folgen für kleine und mittelständische Unternehmen (KMU), die gar keinen Handel mit Großbritannien betreiben, werden befürchtet.

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Warnt vor den Folgen eines harten Brexit: Fachanwalt Stephan Michaelis. Bild: Fiedler

Brexit: Harte Folgen für deutsche KMU

Ein harter Brexit würde auch zahlreiche deutsche Unternehmen treffen, die gar keinen Handel mit Britannien treiben, warnt der Gründungsberater Go Ahead, der zur Foris-Unternehmensgruppe gehört. Die Warnung betrifft rund 10.000 deutsche KMU, die nach britischem Recht als Limited firmieren. „Bisher als Limited geführte Unternehmen würde die Rechtsform aberkannt. In der Folge würden sie wie Personengesellschaften mit unbeschränkter Haftung behandelt. Das bringt nicht nur massive steuerliche Probleme mit sich, sondern die Gesellschafter wären dann mit ihrem gesamten Privatvermögen haftbar – auch für Altschulden der Gesellschaft“, so Andreas Dirksen von Go Ahead.

Haftungsschutz für deutsche Limiteds gefordert

Zwar sieht die Bundesregierung Lösungsansätze vor. Doch die seien gerade für kleinere Unternehmen zu teuer und zu aufwändig. „In der Konsequenz müsste dann zum Beispiel ein Friseursalon mit zwei Angestellten, der bisher problemlos als Limited geführt wurde, einen fünfstelligen Betrag an englischen Gerichts- und Anwaltskosten aufbringen. Plus die notwendigen Gebühren und das Stammkapital für die neue Gesellschaft, auf die verschmolzen wird. Das würde vielen das Genick brechen“, ist Dirksen überzeugt.
Der Experte fordert einen Haftungsschutz für alle im Handelsregister eingetragenen Limiteds – auch über den Brexit hinaus. Zudem bräuchte es für die betroffenen Unternehmen eine Zusicherung, dass es keine steuerliche Belastung durch anstehende Änderung der Rechtsform gibt.

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