Investieren in künstliche Intelligenz

Investmentfonds von Stefan Terliesner

Robotik, Automatisierung und Digitalisierung: Schleichend übernehmen Maschinen immer mehr Prozesse, die sonst von Menschen erledigt werden müssten. Fonds setzen auf den Trend.

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Selbst als Erntehelfer kommen Maschinen zum Einsatz. Wie Anleger von solchen Entwicklungen profitieren können. Shutterstock.com / kung_tom

Ein neues Zeitalter bricht an. Die Schlagworte dazu lauten Maschinenlernen und künstliche Intelligenz (KI). Die neuen Techniken ermöglichen es, einen wachsenden Berg an digitalen Daten in systematischer und automatisierter Weise auszuwerten und nutzbar zu machen. Die ersten Fonds setzen auf diesen Trend.

Lebhaftes Anlegerinteresse

Seit März 2017 gibt es den Allianz Global Artificial Intelligence (LU1548497186). Aktuell hat der Fonds bereits mehr als eine Milliarde Euro Vermögen eingesammelt. „KI hat das Potenzial, die globale Wirtschaft neu zu gestalten“, sagt Fondsmanager Sebastian Thomas. Das Sondervermögen investiert in Unternehmen, die von der Verbreitung und dem Einsatz von künstlicher Intelligenz profitieren. Zu den größten Positionen im Fonds gehören Nvidia, ein Anbieter von 3D-Graphikprozessoren, Tesla, ein Produzent von (autonom fahrenden) Elektroautos, Micron, ein Hersteller von Halbleiterbauelementen und Trade Desk, eine Plattform für digitale Werbekampagnen.

Der Fondsanbieter umreißt das Spektrum von künstlicher Intelligenz so: Erkennung von Gesichtern, Sprachen, Tönen und Bildern; Aufnahme, Analyse und Wiedergabe von Informationen; Einsatz von selbstlernenden Automaten. Die Möglichkeiten erstreckten sich über alle Branchen hinweg. Im Alltag begegne Menschen künstliche Intelligenz bereits als KI-optimiertes Marketing („Das könnte auch Ihnen gefallen“), Fitness-Armband oder Sprachassistent, der auf Befehl das Wetter ansagt oder Pizza bestellt. Lange hat das Fondsmanagement geschickt agiert. Bis zum Sommer 2018 betrug das Plus fast 30 Prozent. Aktuell beträgt der Wertzuwachs seit Auflage rund 10 Prozent. Für langfristig orientierte Anleger bietet die jüngste Korrektur eine Einstiegsgelegenheit. Ein Teil der Performance wird als Kosten abgezogen: jährlich sind 2,05 Prozent Gebühren fällig. Hinzu kommen beim Kauf der Fondsanteile 5 Prozent. Generell ist das Produkt nur für risikobewusste Anleger geeignet.

Titelselektion per KI

Deutlich günstiger, dafür aber ohne aktives Fondsmanagement, ist der neue Lyxor Robotics & AI UCITS ETF (ISIN: DE000SLA5475). Die Gesamtkostenquote beträgt 0,4 Prozent. Der Ausgabeaufschlag entfällt. Der Fonds setzt nicht nur auf Unternehmen, die sich mit Robotertechnik und künstlicher Intelligenz befassen, sondern auch auf Firmen, welche die neuen Technologien nutzen, um ihre Geschäftsmodelle gezielt zu optimieren. Neben Google, Microsoft oder Intel sind daher auch Werte wie Netflix oder TripAdvisor investierbar.

Nicht verwechseln sollten Anleger solche KI-Fonds mit Sondervermögen, die künstliche Intelligenz „nur“ für die Auswahl der Zielunternehmen nutzen – ebenfalls ein neuer Trend. Ein Beispiel ist der Acatis AI Global Equities (ISIN: DE000A2DR2L2). Das Anlagevehikel basiert auf selbstlernenden Modellen. Gelernt wird aus verfügbaren Daten wie Umsatz, Gewinn und Steuern seit 1986, berichtet der Fondsanbieter.

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