Grundsteuer: Wohnen bald noch teurer?

Sachwerte von Michael Fiedler

Wird Wohnen in Deutschland bald noch teurer? Setzt sich Finanzminister Olaf Scholz (SPD) mit seinen Reformplänen zur Grundsteuer durch, könnten die Mietpreise in den Städten steigen, warnt die FDP. Die Sozialdemokraten sehen das völlig anders.

Wohnen Immobilien Steuer Olaf Scholz Grundsteuer Eigenheim Miete

Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) legte einen Vorschlag zur Neuberechnung der Grundsteuer vor. Foto: Michael Kappeler/dpa

Die bisherige Berechnung der Grundsteuer ist unzulässig, hatte das Bundesverfassungsgericht entschieden (procontra berichtete). Doch welche Berechnungsmethode ist gerechter? Das IW Köln hatte einen Vorschlag erarbeitet; nun legte auch Bundesfinanzminister Olaf Scholz einen Entwurf zur Neuberechnung der Grundsteuer vor, berichtet die Bild-Zeitung. Demnach soll die Grundsteuer für jede Wohnung individuell berechnet werden. Berechnungsgrundlage wäre dann Alter und Fläche der Immobilie. Aber auch die Höhe der Miete soll in die Berechnung einfließen. Wohnimmobilien, die hohe Mietzahlungen erfordern, würden dann stärker besteuert werden, so Bild. Das Blatt schreibt weiter, dass die SPD sich davon Anreize für günstigere Mieten erhofft.

„Das Scholz-Modell taugt nichts“

Allerdings können Vermieter die Grundsteuer auf die Miete umlegen. In der Folge könnte das Wohnen vor allem in den Großstädten teurer werden. Ähnliche Befürchtungen äußert auch der bau- und wohnungspolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Daniel Föst. „Das Scholz-Modell taugt nichts“, so der FDP-Politiker. Er befürchtet ein „Bürokratie-Monster“, denn für alle 42 Millionen Wohnungen in Deutschland müssten Beträge errechnet, gemeldet und aktualisiert werden.
„Die GroKo konterkariert mit dieser Idee alle Bemühungen, damit Wohnen endlich wieder bezahlbar wird“, sagte Föst und forderte Scholz auf, neue Vorschläge zur Berechnung der Grundsteuer vorzulegen. Aus Sicht der FDP ist ein reines Flächenmodell zu bevorzugen. Dieses sei unbürokratisch, aufkommensneutral und kommunal steuerbar, hieß es von der FDP.

  • Facebook Kommentare
  • Disqus Kommentare