Geldwäsche-Verdacht: Razzia bei Deutscher Bank

Panorama Top News von Michael Fiedler

Die Deutsche Bank – einst Aushängeschild der deutschen Finanzbranche – kommt nicht aus den Negativschlagzeilen. Gestern durchsuchte die Polizei Geschäftsräume der Deutschen Bank in Frankfurt und Umgebung. Welcher Verdacht im Raum steht.

Deutsche Bank Geldwäsche Razzia Verdacht Untersuchung Panama Papers

Zivilfahnder der Polizei betreten die Zentrale der Deutschen Bank. Foto: Boris Roessler/dpa

Die Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main setzt ihre am Donnerstag begonnenen Durchsuchungen in mehreren Standorten der Deutschen Bank fort. Allein gestern nahmen 170 Beamte von Staatsanwaltschaft, Bundeskriminalamt (BKA), Steuerfahndung und Bundespolizei an der großangelegten Razzia teil.

Verdacht auf Geldwäsche

Übereinstimmend berichten NDR, WDR und "Süddeutsche Zeitung", dass die Durchsuchungen im Zusammenhang mit den "Panama Papers" stehen. Laut Oberstaatsanwältin Nadja Niesen, Sprecherin der Staatsanwaltschaft Frankfurt, erstreckt sich der Untersuchungszeitraum auf die Jahre 2013 bis 2018.

Deutsche Bank will kooperieren

Auf ihrer Webseite veröffentliche die Deutsche Bank folgendes Statement zu den Untersuchungen: „Wir waren der Ansicht, dass wir den Behörden alle relevanten Informationen zu den Panama Papers bereitgestellt hatten. Selbstverständlich werden wir eng mit der Staatsanwaltschaft in Frankfurt am Main kooperieren, da auch uns daran gelegen ist, alle Verdachtsmomente aufzuklären. Wir haben in den vergangenen Jahren stets bewiesen, dass wir mit den Behörden vollumfassend kooperieren. Und das werden wir auch weiter so halten.“

Der Hinweis auf die Vergangenheit kommt nicht von ungefähr. Schließlich ist die Bank in mehrere Finanzskandale verwickelt: Vom Immobilienunternehmer Jürgen Schneider, der große Teile Leipzigs auf Kosten von Handwerksbetrieben sanierte, über den Kirch-Skandal bis hin zu Manipulationen von Libor und Gold-Handelskursen – die Deutsche Bank bzw. ihre Mitarbeiter mischten kräftig mit. Auch bei den Cum-Ex-Geschäften verdiente das Geldhaus mit und Mitarbeiter der Bank waren russischen Kunden behilflich, Geld außer Landes zu schaffen.
Sieben Milliarden Dollar Strafe wurden der Deutschen Bank im Zusammenhang mit dem Verkauf von teilweise wertlosen Papieren aufgebrummt. Das Vorgehen der Bank forcierte den Zusammenbruch des US-Immobilienmarkts 2008.

  • Facebook Kommentare
  • Disqus Kommentare