„bAV lohnt sich endlich für jeden Mitarbeiter“

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Nachgefragt: Wie haben Versicherer die Änderungen durch das Betriebsrentenstärkungsgesetz (BRSG) umgesetzt? Im Kurzinterview antwortet Dr. Helmut Hofmeier, Vorstand Lebensversicherung im Continentale Versicherungsverbund.

Hofmeier Lebensversicherung bAV Altersversorgung

Dr. Helmut Hofmeier, Vorstand Lebensversicherung im Continentale Versicherungsverbund, ist von den Vorteilen des BRSG überzeugt. Bild: Continentale

procontra: Die BRSG-Förderung lässt die „alte“ bAV boomen. Wo konkret haben Sie angesetzt?

Dr. Helmut Hofmeier: Die starke Nachfrage aufgrund der BRSG-Maßnahmen ist spürbar. Die betriebliche Altersversorgung wird immer mehr zum Kompetenzfeld – für Vermittler und auch für Anbieter. Wir haben die Impulse aus dem BRSG so umgesetzt, dass Vermittler, Arbeitgeber und Kunden möglichst unkompliziert profitieren können. Im Fokus stehen vor allem Lösungen für den verpflichtenden Arbeitgeberzuschuss sowie die Ausweitung des Dotierungsrahmens von vier auf acht Prozent der Renten-Beitragsbemessungsgrenze. Ein guter Türöffner ist zudem die sogenannte Förderrente für Geringverdiener.

procontra: Am 1. Januar 2019 kommt der verpflichtende Arbeitgeberzuschuss für neue Entgeltumwandlungszusagen. Wie bereiten Sie Ihre Maklerpartner darauf vor?

Hofmeier: Wir informieren umfänglich und bieten Lösungen für Alt- und Neuverträge. Denn neben der Pflicht für Neuverträge ab kommenden Jahr wird der Zuschuss ja 2022 für bestehende Verträge ebenfalls verpflichtend. Eine zeitweise Ungleichbehandlung von Mitarbeitern ist aber meist nicht förderlich. Kunden können daher den Beitrag für ihre seit 2005 bestehenden Direktversicherungen um bis zu 20 Prozent im selben Vertrag erhöhen. Besteht ein Zusatzschutz für den Fall der Berufsunfähigkeit, geht das sogar ohne erneute Gesundheitsprüfung.
Ebenso greifen wir den höheren Dotierungsrahmen auf. Im Aktionszeitraum können unsere Versicherten ihre seit April 2012 abgeschlossenen Direktversicherungen um bis zu 200 Prozent des Erstjahresbeitrags erhöhen. Bei einer vereinbarten Beitragsbefreiung im Fall von Berufsunfähigkeit geht das mit vereinfachter Gesundheitsprüfung einher.

procontra: Geringverdiener stehen durch das BRSG besonders im Fokus. Warum lohnt sich dieser rein arbeitgeberfinanzierte bAV-Baustein für den Arbeitgeber?

Hofmeier: Der Arbeitgeber bindet Mitarbeiter und profitiert gleichzeitig von steuerlichen Vorteilen. Er darf 30 Prozent des Beitrages über das Lohnsteuerabzugsverfahren einbehalten. Den Rest kann er als Betriebsausgabe abziehen. Dank der neuen Freibeträge bei der Grundsicherung lohnt sich die betriebliche Altersversorgung nun endlich für jeden Mitarbeiter.

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