Zinszusatzreserve: Was das BMF zum Jahresende plant

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Eine neue Berechnungsmethode für die Zinszusatzreserve soll den Lebensversicherern noch 2018 Entlastung bringen. Das neue Szenario ist in einen Referentenentwurf vom Bundesfinanzministerium (BMF) eingegangen. Assekurata hat die Folgen ausgerechnet.

Die Anwendung der avisierten Korridormethode zur Berechnung der ZZR würde allein für 2018 rund 14 Milliarden Euro Entlastung bringen, sagt Thomas Keßling.

Die Anwendung der avisierten Korridormethode zur Berechnung der ZZR würde allein für 2018 rund 14 Milliarden Euro Entlastung bringen, sagt Thomas Keßling. Bild: Assekurata

Die Zinszusatzreserve (ZZR) war 2011 eingeführt worden, um sicherzustellen, dass LV-Kunden jederzeit die zugesagten Leistungen auch unter dauerhaft niedrigen Zinsbedingungen erhalten. Die Berechnungsmethode gilt inzwischen als zu hart. Lange Zeit war unklar, wann und in welchem Maße die Politik die Lebensversicherer bei der Berechnungssystematik zur ZZR entlasten will.

Nun liegt ein konkreter Referentenentwurf vom Bundesfinanzministerium (BMF) zur Anpassung der Vorschriften zur Zinszusatzreserve in der Lebensversicherung und die entsprechende Anpassung bei Pensionsfonds vor. Demnach würde die Korridormethode noch rechtzeitig vor dem Jahresende 2018 eingeführt. Nach Berechnungen der Rating-Agentur Assekurata würden die Anforderungen an die Reservierung allein für das aktuelle Geschäftsjahr um etwa 14 Milliarden Euro gegenüber der bisherigen Berechnungsmethodik sinken.

14 Milliarden Euro weniger Reservierungsbedarf

Das sind noch einmal vier Milliarden mehr als bei einer ersten Schätzung im Sommer (procontra berichtete). Die Korridormethode wurde von der Deutschen Aktuarvereinigung (DAV) in Abstimmung mit der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) entwickelt. In ihrer Funktionsweise fokussiert sie auch weiterhin den Referenzzinssatz, der sich unverändert am zehnjährigen Durchschnitt der Monatsendstände von Null-Kupon-Euro-Zinsswapsätzen mit einer Laufzeit von zehn Jahren bemisst.

Verändert sich der Referenzzins im Jahresvergleich so stark, dass er einen breiten Korridor verlässt, wird der neu anzunehmende Referenzzins auf letzteren begrenzt. Auf dieser Basis müssten die Versicherer dann Nachreservierungen vornehmen „Die Breite des Korridors ergibt sich dabei als prozentualer Anteil der Differenz zwischen dem ursprünglich berechneten Referenzzins und dem aktuellen Basiszins“, erläutert Thomas Keßling, Analyst und Fachkoordinator Lebensversicherung der Assekurata Assekuranz Rating-Agentur.

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