Wohnungsnot: Warum Neubauten dringend benötigt werden

Sachwerte von Mailin Bartknecht

Die Lage auf dem Wohnungsmarkt spitzt sich zu: Die wachsende Anzahl der Studenten steht einer immer größer werdenden Wohnungsnot gegenüber. Neubauten können Abhilfe schaffen und sind gleichzeitig eine rentable Investition.

Durch die wachsende Wohnungsnot immer wichtiger: Neubauten

Die wachsende Wohnungsnot macht Neubauten dringend nötig. Foto: Happy_stocker's

Studentenwohnungen sind teure Mangelware. Das zeigt eine aktuelle Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW). Besonders schwierig ist die Lage in Großstädten. Für eine 30-Quadratmeter-Wohnung in München mit durchschnittlicher Ausstattung und guter Anbindung zur Universität musste ein Student im ersten Halbjahr dieses Jahres durchschnittlich 635 Euro Miete zahlen. Das sind etwa 25 Euro mehr als noch im Jahr zuvor. In Frankfurt kostete eine vergleichbare Musterwohnung etwa 500 Euro im Monat.

Hohe Konkurrenz und zu wenig Wohnraum

Die Gründe für die verzwickte Wohnungssituation sind vielfältig. So ist die Zahl der Studierenden seit 2010 um etwa 28 Prozent angestiegen, in einigen Hochschulstandorten sogar um 40 Prozent. Gleichzeitig ist die Bautätigkeit zu gering. Selbst in Städten, in denen viele kleine neue Wohnungen entstanden sind, ist der zur Verfügung gestellte Bestand nicht großartig gestiegen. Laut IW ist das darauf zurückzuführen, dass größere Wohnungen in kleinere aufgeteilt werden, was wenig Entlastung bringt. Auf der anderen Seite konkurrieren Studenten in Universitätsstädten mit Senioren, Berufseinsteigern und Pendlern. Zudem treiben Gutverdiener das allgemeine Mietniveau in die Höhe, auch abseits der Millionenstädte. So liegen die Bruttolöhne in Heidelberg beispielsweise im Schnitt bei 4.000 Euro pro Monat.

Gute Ausgangslage für Investoren

„Nur der Bau neuer Wohnungen entspannt die Lage an den Hochschulstandorten“, meint IW-Immobilienexperte Michael Voigtländer. Um innenstadtnahe, bezahlbare Wohnungen zu schaffen, sollten die Städte konsequent nachverdichten. Außerdem müssten mehr Bauflächen ausgewiesen werden, so Voigtländer weiter. Was des Studenten Leid ist, könnte des Investoren Freud sein. Die Wohnungsnot verursacht einen regelrechten Nachfrage-Boom. Öffentliche Wohnheime der Studierendenwerke bieten der wachsenden Studentenanzahl nicht mehr ausreichend Platz. So sind kleinere Wohnungen mehr gefragt denn je – ebenso von Singles und Senioren. Um die Zielgruppe zu erweitern, sprechen Projektentwickler von Wohnanlagen auch von Mikroapartments anstatt von reinen Studentenwohnungen.

Laut einer Studie der Maklerfirma JLL kommt Investoren nicht nur der häufige Mieterwechsel zugute, durch den eine häufigere Mieterhöhung möglich ist. Bei möblierten Studentenwohnungen greife zudem die Mietpreisbremse nicht. Ein weiterer Pluspunkt sei die Unabhängigkeit von Wirtschaftszyklen, da es junge Leute in angespannten Zeiten sogar mehr an die Uni ziehe. Im Endeffekt ist die Rendite von Studentenwohnanlagen also höher als bei anderen Wohnimmobilien. Laut Immobiliendienstleister Savills waren im Jahr 2017 in den Top-7-Städten noch vier Prozent netto realistisch.

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