Wohngebäude: Vorsicht Waschbär

Privatschutz Versicherungen Meistgeklickt von Michael Fiedler

Dachböden gelten ihnen als bevorzugter Schlafplatz und das kann Haus- oder Gartenlaubenbesitzer teuer zu stehen kommen. Doch sind Schäden durch Waschbären von der Wohngebäudeversicherung abgedeckt? In welchen Regionen Deutschlands Waschbären besonders verbreitet sind.

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Schaut vom Dach herunter: Der Waschbär ist inzwischen auch in Deutschland heimisch. Aber unerwünscht. shutterstock / Becky Sheridan

Sie verbreiten sich in Deutschland rasant und zählen sogar zu den „unerwünschten Spezies“ in der Europäischen Union: Die Rede ist von Waschbären. Die ursprünglich aus Nordamerika stammenden Kleinbären haben sich seit Mitte des 20. Jahrhunderts in Deutschland enorm vermehrt. Die Bestandszahl kann allerdings nur geschätzt werden und schwankt wohl zwischen 200.000 und 500.000. Sicher sind hingegen die Angaben über während der Jagdsaison erlegten Tiere. Anhand dieser Zahlen lässt sich das Wachstum der Waschbären-Population in Deutschland deutlich ablesen. Wurden in den 1990er Jahren noch rund 400 Tiere erlegt, waren es während der Jagdsaison 2010/11 bereits 67.700 Waschbären. Zwei Jahre später wurden erstmals mehr als 100.000 Tiere getötet. 2015/16 wurden in Deutschland während der Jagdsaison 128.100 Tiere erlegt. Zum Vergleich: In Österreich wurden im selben Zeitraum 21 Waschbären, in der Schweiz einer getötet.

Wo Waschbären besonders häufig vorkommen

Die starke Verbreitung in Deutschland hat historische Ursachen. So wurden bereits 1934 Waschbären nördlich von Kassel ausgesetzt, um „die heimische Flora zu bereichern“. 1945 entkamen weitere Waschbären auf einer Pelzfarm in Brandenburg.
In diesen Gebieten haben sich die Waschbären besonders ausgebreitet. Von den 2015/16 erlegten Tieren entfielen 60 Prozent auf die Bundesländer Hessen, Brandenburg und Sachsen-Anhalt.

Der städtische Siedlungsraum stellt für Waschbären kein Hindernis dar. Im Gegenteil: In Gärten und im Hausmüll finden die Tiere leicht Nahrung. Garagen, Gartenlauben oder Dachböden bieten ideale Schlaf- und Wurfplätze. Die dichteste Waschbärpopulation in einer europäischen Großstadt findet sich übrigens in Kassel. Dort ist mit 50 bis 150 Tieren pro Quadratmeter zu rechnen – ein Wert, wie er sonst nur in Nordamerika erreicht wird. Allerdings handelt es sich bei den europäischen Waschbären um „Heimschläfer“. Während die Anzahl der in Häusern schlafenden Waschbären in Washington D.C. mit knapp 15 Prozent angegeben wird (1991) wird für Kassel eine Quote von 43 Prozent (2003) angegeben.

Schäden durch Waschbären

Haben Waschbären den Dachboden als Schlafplatz benutzt, können mitunter mehrere tausend Euro für die Reparatur nötig werden. Nicht selten tropft der Urin der Tiere aus deren Latrinen in die unter dem Dachboden befindlichen Räume. Die Geruchsbelästigung gilt als unerträglich. Ganze Deckenverkleidungen können abstürzen, wenn Waschbären sich „durchgefressen“ haben. Mitunter muss sogar die gesamte Dachdämmung erneuert werden.

Vorbeugen statt Fangen

Eignet sich ein Schlafplatz, ist er meist mehreren Waschbären bekannt oder wird schnell wiederentdeckt. Der „Waschbär-Befall“ kann deshalb nur schwer zurückgedrängt werden. Experten empfehlen Maßnahmen, die grundsätzlich verhindern, dass die Tiere auf das Grundstück gelangen. Etwa das Stutzen von Ästen.

Versichert oder nicht?

Ob Schäden durch Waschbären versichert sind, hängt von den Formulierungen in den Vertragsbedingungen ab. Je nach Anbieter und Tarifstufe finden sich dort mitunter Ausschlüsse. Etwa, dass nur Schäden durch Nagetiere ersetzt werden.

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