Telematik: Kfz-Kunden zwischen Lust und Frust

Versicherungen von Uwe Schmidt-Kasparek

Die Wechselsaison in der Kfz-Versicherung nimmt langsam Fahrt auf. Immer mehr Anbieter führen auch Telematik-Tarife ins Feld. Aber haben solche Produkte eine Zukunft, während der Unfall-Melde-Dienst des GDV in den deutschen Schubladen versauert?

Entscheiden sich die Autofahrer für oder gegen die immer vielfältigeren Angebote von Telematik-Tarifen in der Kfz-Versicherung? Die aktuelle Wechselsaison wird hierzu sicherlich Aufschluss geben.

Entscheiden sich die Autofahrer für oder gegen die immer vielfältigeren Angebote von Telematik-Tarifen in der Kfz-Versicherung? Die aktuelle Wechselsaison wird hierzu sicherlich Aufschluss geben. Bild: Olichel/Pixabay

„Voll im Trend“ glaubt sich der HDI aus Hannover, der im September den Startschuss für seinen neuen Telematik-Tarif Diamond Drive für Autofahrer bis zum 30. Lebensjahr gab. Das Angebot bietet einen Vorabrabatt von bis zu 10 Prozent. Wer „gut“ fährt, kann zudem theoretisch nach einem Jahr einen Beitragsnachlass von bis zu 30 Prozent erreichen.

„Dies ist ein Topverkaufsargument bei jungen Fahrern. Gleichzeitig wird die Verkehrssicherheit durch die Unterstützung einer defensiven Fahrweise belohnt“, bewirbt der Maklerpool JDC Group das HDI-Angebot in seiner Newsworld. Zudem sei es ein gutes Verkaufsargument gegenüber besorgten Eltern.

Keine Lust auf Technik

Der Versicherer bietet seinen Kunden einen Tarif, für den sie lediglich ein Smartphone und eine App benötigen. Das reduziert den Erklärungsaufwand für den Vertrieb. Damit präsentiert der Versicherer rechtzeitig zur diesjährigen Wechselsaison genau das Gegenteil des immer noch vor sich hin dümpelnden Unfall-Melde-Dienst (UMD).

Die Nachrüstlösung des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) für einen automatischen Notruf, der mit der Autoversicherung angeboten wird, kommt nicht so recht in die Gänge. Bei einem PKW-Bestand, der laut dem Kraftfahrt-Bundesamt derzeit 46,5 Millionen PKW ausmacht, haben laut GDV-Dienstleistungs-GmbH (GDV-DL) bisher nur rund 210.000 Kunden einen UMD-Unfallstecker bei ihren Versicherern gebucht. Vor allem: 85.000 ausgelieferte Geräte wurden von den Kunden gar nicht aktiviert. Das ist erschreckend. Der Branche ist es scheinbar nicht gelungen, die Autofahrer von der praktischen Anwendung des Systems zu überzeugen.

Welche modernen Kfz-Tarife aktuell besser ankommen als der UMD, wie Makler kilometer- und fahrbasierte Angebote in ihre Beratung integrieren können und worüber sich selbst überzeugte Telematik-Fahrer beschweren, lesen Sie in der aktuellen procontra-Printausgabe.

  • Facebook Kommentare
  • Disqus Kommentare