Riester-Rente: Vertragsbestand schmilzt weiter ab

Berater Top News von Florian Burghardt

Die Riester-Nachfrage sinkt weiter. Auch im zweiten Quartal des Jahres konnte sie den Wegfall von Verträgen nicht auffangen, wie aktuelle BMAS-Zahlen zeigen. Der größte Verlierer waren diesmal aber nicht die Versicherungsverträge.

Auch im zweiten Quartal 2018 schmolz der Gesamtbestand an Riester-Verträgen weiter.

Auch im zweiten Quartal 2018 schmolz der Gesamtbestand an Riester-Verträgen weiter. Bild: ColiN00B/Pixabay

Der Gesamtbestand an Riester-Verträgen schmilzt weiter ab. Auch im zweiten Quartal 2018 verbuchte das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) in seiner nun veröffentlichten Statistik einen Rückgang. Unter dem Strich stand diesmal ein Minus von 14.000 Verträgen. Bereits in den ersten drei Monaten des laufenden Jahres war die Anzahl der bestehenden Kontrakte gesunken.

Insgesamt sind es damit nun noch 16,57 Millionen Verträge. Allerdings ist nicht bei allen Riester-Arten ein Rückgang zu vermelden. Vielmehr entwickeln sich die vier übergeordneten Produktbereiche Versicherungs-, Bankspar-, Investmentfonds- und Wohn-Riester-Verträge höchst unterschiedlich.

Riester-Renten weiter rückläufig

So musste der mit weitem Abstand größte Produktbereich Versicherung erneut ein Minus hinnehmen (-14.000 Verträge). Allerdings war der Abrieb deutlich geringer als im ersten Quartal (-24.000). Insgesamt sind es nun noch 10,829 Millionen Verträge.

Einen bedeutenden Anteil an der fortschreitenden Dezimierung des Bestands an Riester-Versicherungsverträgen haben die Verträge, die nach und nach in die Rentenphase übergehen. Offensichtlich wird deren Gewicht aber auch nicht von der Nachfrage nach Neuverträgen aufgefangen. Versicherungsbranche und Politik überlegen seit langem, wie diese wieder zu erhöhen wäre. Immer wieder ist von der Einführung eines Riester-Standardproduktes die Rede, es existieren jedoch auch zahlreiche Vorschläge für eine Reform der bestehenden Variante.

Banksparpläne verlieren am stärksten

In den drei anderen Riester-Produktbereichen haben sich die Bestände höchst unterschiedlich entwickelt. Den deutlichsten Rückgang im zweiten Quartal 2018 gab es bei den Banksparverträgen. Ihre Anzahl ging um 22.000 zurück auf nun noch 693.000 Stück. Bei den Investmentfondsverträgen hat sich dagegen kaum etwas verändert (+1.000 Verträge auf aktuell 3,253 Millionen Stück). Ein merkliches Wachstum konnte erneut nur der Bereich Wohn-Riester verbuchen. Deren Anzahl kletterte um 21.000 auf 1,795 Millionen. Den Anteil der insgesamt beitragsfrei gestellten Verträge schätzt das Bundesamt beziehungsweise die BaFin weiterhin auf „gut ein Fünftel“, also circa 3,3 Millionen Stück.

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