Nicht in Sichtweite: das Sozialpartnermodell

Versicherungen Top News von Michael Fiedler

Funktioniert das Sozialpartnermodell als Kernstück des Betriebsrentenstärkungsgesetzes (BRSG)? Für Michael Hoppstädter (Longial) ist die Antwort klar. Wie er sie begründet und wo er dennoch Potenzial für betriebliche Altersversorgung (bAV) sieht.

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Noch nicht so richtig zu sehen: Das Sozialpartnermodell. Shutterstock / vchal

Mit dem Sozialpartnermodell sollte der große Wurf gelingen und die betriebliche Altersversorgung (bAV) gestärkt werden. Mehrere Versicherer haben sich bereits zusammengeschlossen und gemeinsame Lösungen entwickelt. Doch „zurzeit haben wir einen reinen Anbietermarkt“, sagt Michael Hoppstädter, Geschäftsführer der Longial GmbH. Einen Tarifvertrag, der das Sozialpartnermodel vorsieht, gibt es nicht. „Die Tarifvertragsparteien sind sehr zurückhaltend – die Chemiebranche hat es im letzten Tarifabschluss nicht angepackt und das Thema auf die nächste Tarifrunde vertagt. Die Bahngewerkschaften haben die Verbesserung der Betriebsrente in ihren Forderungskatalog für die aktuelle Tarifrunde aufgenommen, aber nach unseren Informationen scheint bereits ausgemacht, dass es kein Sozialpartnermodell geben wird“, so Hoppstädter.

KMU fühlen sich nicht angesprochen

Besondere Wirksamkeit sollte das BRSG bei kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) entfalten. Doch die sind meistens nicht tarifgebunden und fühlen sich kaum vom Sozialpartnermodell angesprochen. „Auf das erste Sozialpartnermodell werden wir wohl noch einige Zeit warten müssen – aber das BRSG ist nicht nur das Sozialpartnermodell“, sagt Hoppstädter.

Seinen Beobachtungen zufolge, ist das Wissen um die bAV im Allgemeinen und den Vorteilen des BRSG und der reinen Beitragszusage im Besonderen nicht sonderlich ausgeprägt.
„Der erweiterte Dotierungsrahmen nach § 3 Nr. 63 des Einkommensteuergesetz, aber auch die Fördermaßnahmen für Geringverdiener werden positiv gesehen. Dass Unternehmen allerdings schon ab 1. Januar 2019 für neu abgeschlossene Entgeltumwandlungsvereinbarungen einen verpflichtenden Arbeitgeberzuschuss leisten müssen, wenn die Versorgungszusagen über Pensionskasse, Pensionsfonds oder Direktversicherung durchgeführt werden, scheint sich noch nicht herumgesprochen zu haben. Nach unseren Erfahrungen haben sich nur die wenigsten Unternehmen dazu bereits entsprechend aufgestellt.“

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