Naturgefahrenreport: Schutzmaßnahmen gewinnen an Bedeutung

Versicherungen von Franziska Finkenstein

Während die Unwetter immer extremer werden, vernachlässigen viele Hausbesitzer weiter einen ausreichenden Schutz. Makler sollten auf diesen Missstand hinweisen.

Die Unwetter werden extremer, die Schäden nehmen zu: Der Naturgefahrenreport verzeichnet fast drei Milliarden Euro Schaden im Jahr 2017. Foto: Olaf Naami

Unsere Welt steckt bereits tief im Klimawandel drin. Das haben wir jüngst an den Orkanen Anfang des Jahres erfahren. Auch der aktuelle Naturgefahrenreport des GDVs spiegelt den Wandel in Extreme wider. Dieser resümiert die Naturgefahrenschäden an Fahrzeugen, Industrie, Gewerbe und Gebäuden im Jahr 2017 mit fast drei Milliarden Euro.

Genauer geht daraus hervor, dass gut 90% aller Schäden durch Hagel und Stürme verursacht worden sind. Mit dem Ansteigen der Unwetter erhöhen sich folglich auch die Schadenkosten. Waren es 2016 1,6 Milliarden, stiegen sie 2017 auf satte 2,9 Milliarden Euro an. Dabei gehen rund 2 Milliarden Euro auf’s Konto von Sachversicherer und 860 Millionen auf Kfz-Versicherer. Wolfgang Weiler, der Präsident des GDVs, spricht von „außergewöhnlich hohen Schäden“ und betont, dass vor allem lokale Unwetter wie Hagel- und Starkregen das Übel 2017 geprägt haben. Allein Starkregen und Hochwasser verursachten 300 Millionen Euro.

Versicherungslücken schließen

Der Klimawandel und die Zunahme von Unwettern sollte sollte sich auch in den Versicherungskonzepten wiederfinden. So steige die Relevanz der Schutzmaßnahmen, laut Klimaforscher und Meteorologe Sven Plöger: „Ein Orkan richtet heute viel größere Sachschäden an als ein Sturm gleicher Stärke in den 60er-Jahren, weil heute viel mehr da ist, das kaputtgehen kann. Es gibt also auch viel mehr Dinge, die wir schützen müssen.“
Versicherungen sollten demnach ihre Checklisten und Krisenpläne optimieren und auf die Unwetter abgleichen. Darüber hinaus sollten sie aber auch ihre Kapazitäten prüfen, sodass sie in Zeiten großer Naturschäden gewappnet sind. Dies geht ebenfalls aus dem Report hervor.

Zusätzlich sind Makler gefragt ihre Kunden über die Entwicklung zu informieren. Zwar sind 93% gegen Sturm- und Hagelschäden versichert, jedoch besitzen nur rund 41% eine Elementarversicherung, die neben Hagel- und Sturmschäden auch gegen Hochwasser und Starkregen nützlich ist. Hier ergibt sich enormes Beratungspotenzial vor allem im Bereich der Wohngebäudeversicherung.

  • Facebook Kommentare
  • Disqus Kommentare