Millionenlücke bei Klinik-Betriebsrenten: Versorgungswerk wehrt sich

Berater Panorama von Florian Burghardt

Die Mitarbeiter-Betriebsrenten der Universitätsmedizin Greifswald sind unterdeckt, es fehlen Millionen. Das zuständige DUK-Versorgungswerk weist jede Schuld von sich. Die Verbindungen in den Chefetagen lassen jedoch aufhorchen.

Hat man seitens der Klinik damals bei der Beratung nicht richtig zugehört? Das Versorgungswerk sieht zumindest keine Schuld bei sich.

Hat man seitens der Klinik damals bei der Beratung nicht richtig zugehört? Das Versorgungswerk sieht zumindest keine Schuld bei sich. Bild: voltamax/Pixabay

Auf die landeseigene Universitätsmedizin Greifswald (UMG) kommen in den nächsten 10 bis 20 Jahren nicht einkalkulierte Kosten in Höhe von rund 30 Millionen Euro zu. Der Grund dafür ist, dass die garantierten Versorgungsansprüche der Mitarbeiter aus den Betriebsrenten die bislang erwirtschafteten Rentenhöhen deutlich übersteigen. Ursächlich für die Millionenlücke soll der 2005 vollzogene Wechsel von der Versorgungskasse der Länder (VBL) zum DUK Versorgungswerk e.V. gewesen sein. Die errechneten Versorgungsbeiträge sollen zu gering gewesen sein, um die Ansprüche der Mitarbeiter zu decken – procontra berichtete.

Nun hat sich das kritisierte DUK Versorgungswerk zu Wort gemeldet. Bei DUK habe man sich nichts vorzuwerfen, vielmehr sieht man die Schuld bei der Uniklinik. In einer Stellungnahme zu den Vorwürfen heißt es: „Das Klinikum hatte in dem Vergabeverfahren wichtige Rechengrößen, wie zum Beispiel Zinssatz und implizit Rentenlaufzeit, vorgegeben und sich für eine Lösung mit einem niedrigen Beitragssatz, welche ein Nachfinanzierungsrisiko beinhaltete, entschieden.“

Schlechte Entscheidung?

Zudem habe die UMG eine von DUK empfohlene Variante mit einem leicht höheren Beitragssatz zur Vermeidung dieses Risikos abgelehnt, obwohl sich auch ein damaliger Gutachter des Klinikums für diese Variante stark gemacht hatte.

DUK betont, dass die vom Klinikum getroffene Entscheidung selbst unter Berücksichtigung der bisherigen Nachfinanzierungen bis Ende 2017 einen wirtschaftlichen Vorteil im Vergleich zur öffentlichen Versorgung von deutlich mehr als 10 Millionen Euro bewirkt hatte. Angesichts der drohenden Nachfinanzierungen in Höhe von 30 Millionen Euro dürfte das der UMG aber logischerweise kein Trost sein.

Ein Chef, mehrere Sessel

Aus Sicht des Versorgungswerks war die Zusammenarbeit mit der UMG bisher immer gut verlaufen. Dass seitens des Klinikums externe Gutachter beauftragt wurden, die hinsichtlich des Vergabeverfahrens an DUK und der finanziellen Transparenz in den Klinikunterlagen „Merkwürdigkeiten“ ausgemacht haben, habe man erstmals durch die aktuelle Berichterstattung erfahren.

Hinter DUK steht das bAV-Fachmaklerunternehmen VAF Pfaffelhuber aus Würzburg. Dessen Geschäftsführer, Ulrich J. Pfaffelhuber, sitzt auch im DUK-Vorstand. Das Versorgungswerk hat die VAF Pfaffelhuber Unternehmensgruppe mit der Durchführung aller versicherungstechnischen Aufgaben beauftragt. Während des Betriebsrenten-Wechsels zu DUK war Gunter Gotal UMG-Geschäftsführer. Wie die Süddeutsche Zeitung berichtet, war Gotal zeitgleich auch Mitglied des Fachausschusses des DUK. Im Zuge der gutachterlichen Prüfungen wird Gotal, laut NDR-Berichten, nun mit Vorwürfen des Missmanagements in Verbindung gebracht.

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