Knapp 2.000 weniger: Vermittlersterben hält an

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Die aktuellen Quartalszahlen aus dem DIHK-Vermittlerregister liegen auf dem Tisch. Erneut waren vor allem die gebundenen Vertreter vom Rückgang betroffen. Woran das liegen könnte und wie sich die anderen Vermittlertypen geschlagen haben.

Wo will er denn hin und warum? In den vergangenen acht Jahren hat jeder dritte gebundene Vertreter diese Tätigkeit an den Nagel gehängt.

Wo will er denn hin und warum? In den vergangenen acht Jahren hat jeder dritte gebundene Vertreter diese Tätigkeit an den Nagel gehängt. Bild: geralt/Pixabay

Erneut ist die Anzahl der registrierten Versicherungsvermittler in Deutschland gesunken. Um exakt 1.962 ging die Zahl der Eintragungen im DIHK-Vermittlerregister im dritten Quartal des Jahres zurück. In Summe sind es nun noch 204.148 – weit entfernt vom bisherigen Höchststand mit 263.452 im Januar 2011.

Auch mit Blick auf das jüngst vergangene Quartal betrifft der Rückgang erneut hauptsächlich die gebundenen Versicherungsvertreter. In den Monaten Juli, August und September erfolgten 1.894 Register-Abmeldungen, bezogen auf diesen Vermittlertyp. Die Anzahl der Versicherungsmakler blieb mit 46.698 (-29) relativ konstant. Weiterhin nur sehr schleppend voran kommt der Bestand an Versicherungsberatern. Gegenüber dem Stand Juli 2018 sind es nun gerade einmal 5 mehr (insgesamt 349).

Jeder dritte Vertreter hat schon aufgehört

Während die Ausschließlichkeitsvermittler also auch im dritten Quartal 2018 einen deutlichen Abgang verzeichnen mussten (-1,5 Prozent), können die Zahlen dennoch als kleiner Erfolg für den Fortbestand der Vertreter gewertet werden.

Denn im zweiten Quartal ging ihre Anzahl noch um 5.364 zurück, was ein Minus von damals 4,1 Prozent bedeutete. Noch mehr Vertreter-Jobs fielen den ersten drei Monaten des Jahres zum Opfer. Damals stand ein Minus von 9.428 Vertretern zu Buche, was einen Rückgang um fast 7 Prozent bedeutete. Ihren Höchststand hatten auch die gebundenen Vermittler im Januar 2011 mit 182.224. Heute sind es noch 123.525. Damit hat in den vergangenen acht Jahren jeder dritte gebundene Vertreter diese Tätigkeit an den Nagel gehängt.

Auf die Gründe für das Vermittlersterben – speziell im Vertreterbereich – wird in der DIHK-Statistik nicht eingegangen. Neben den allgemein steigenden Regulierungsanforderungen im Versicherungsvertrieb könnte aber auch die Bindung an die Entscheidungen des Versicherers, für den ausschließlich vermittelt wird, eine Rolle spielen. So gab es unter den rund 2.800 Generali-Vertretern, die nun in die DVAG wechseln sollen, auch einige kritische Töne zu dieser Maßnahme. Auch die geplante Provisionskürzung der Allianz für rund 4.000 ihrer Vertreter dürfte nicht allen Betroffenen gefallen.

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