Kfz-Versicherte zahlen 2,3 Milliarden Euro zu viel

Versicherungen von Florian Burghardt

Eine Studie hat das Sparpotenzial bei der Nutzung von Vergleichsportalen gegenüber dem direkten Abschluss der Police beim Kfz-Versicherer untersucht. Die Ergebnisse könnten Schwung in das diesjährige Wechselgeschäft bringen.

Laut der Studie ließen sich durch die konsequente Nutzung von Vergleichsportalen fast 10 Prozent der jährlichen Kfz-Versicherungsbeiträge einsparen.

Laut der Studie ließen sich durch die konsequente Nutzung von Vergleichsportalen fast 10 Prozent der jährlichen Kfz-Versicherungsbeiträge einsparen. Bild: andreas160578/Pixabay

So langsam kommt der 30. November in Sichtweite, die Kfz-Wechselsaison bricht an. Eine wichtige Rolle in dieser Zeit spielt der ROPO-Effekt (online informieren, offline abschließen). Kein anderes Deckungskonzept wird traditionell im vierten Quartal des Jahres so häufig gegoogelt wie die Kfz-Versicherung. Die Menschen werden zunehmend vergleichs-affin und wechselwillig. Schließlich ist in den Köpfen der Autofahrer längst angekommen, dass sie durch den Wechsel der Kfz-Versicherung sparen können. Doch wie viel lässt sich eigentlich sparen?

Dieser Frage ist man an der Technischen Hochschule Rosenheim (THR) nachgegangen. Für eine Studie haben die Wissenschaftler mit 1.000 Personenprofilen insgesamt 367.419 Tariferhebungen durchgeführt. In den Test einbezogen wurden 77 Kfz-Versicherer sowie die beiden größten Vergleichsportale für den deutschen Kfz-Versicherungsmarkt, Check24 und Verivox. Auf diesem Wege wollten die Forscher die Fragen beantworten, bei welchen Anbietern man die günstigsten Tarife findet und wie hoch das Sparpotenzial bei der Nutzung von Vergleichsportalen gegenüber dem direkten Abschluss beim Versicherer ist.

Problematisch ist dabei, dass die Studie die beiden Vergleichsportale mit den Versicherern in einen Topf wirft. So landen Check24 und Verivox bei der Ermittlung des im Durchschnitt niedrigsten Prämienniveaus wenig überraschend an der Spitze – schließlich können sie auf eine Vielzahl von Anbietern und deren Tarifwerke zurückgreifen, während die Versicherer jeweils nur ihre eigenen Tarife ins Rennen schicken können.

Milliardenschweres Einsparpotenzial

Interessanter sind die Ergebnisse bei der Ermittlung des Sparpotenzials durch Vergleichsportal-Nutzung. Hier kommt man bei der THR auf eine Ersparnis gegenüber dem Marktpreis von rund 240 Euro. Zum Vergleich: Die Tarife der Huk24 sind im Durchschnitt um 219 Euro im Jahr günstiger als der Marktdurchschnitt.

Auf Basis dieser Berechnungen kommen die Studienautoren zu dem Ergebnis, dass allein die jährlich rund 1,3 Millionen über Vergleichsportale abgeschlossenen Kfz-Policen für eine Ersparnis von circa 316 Millionen Euro sorgen. Würde jeder Kfz-Halter sein Fahrzeug über den günstigsten angebotenen Vergleichsportal-Tarif versichern, ergäbe sich demnach ein gesamtes Einsparpotenzial von rund 2,3 Milliarden Euro. Das entspricht knapp 10 Prozent des jährlichen Beitragsvolumens in der Kfz-Versicherung. Angesichts dieser Beitragsspannweite sollte es sich für Vermittler lohnen, sich auch in diesem Jahr ins anstrengende Kfz-Wechselgeschäft zu stürzen. Die ROPO-Kunden werden es ihnen danken.

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