Investmentsteuer: Fondspolicen weiter im Vorteil

Berater Top News Recht & Haftung Investmentfonds von Detlef Pohl

Die Investmentsteuerreform hat nur marginale Auswirkungen auf Direktanlagen per Fonds-Sparplan und auf Fondspolicen. Details dazu wurden auf einem Fachkongress ebenso genannt wie Ergebnisse im Vergleich beider Produkte.

Thomas Buchholz von der LV 1871 sieht auch nach der neuen Investmentbesteuerung Fondspolicen gegenüber der Fondsdirektanlage im Vorteil. Dazu verglich er Nettopolicen des eigenen Hauses auf Basis von ETF gegenüber einem Fondsdepot.

Thomas Buchholz von der LV 1871 sieht auch nach der neuen Investmentbesteuerung Fondspolicen gegenüber der Fondsdirektanlage im Vorteil. Dazu verglich er Nettopolicen des eigenen Hauses auf Basis von ETF gegenüber einem Fondsdepot. Bild: Andreas Varnhorn

Die Investmentsteuerreform brachte einige methodische Änderungen, die sowohl auf Fondspolicen als auch auf die Direktanlage in Fonds Auswirkungen haben. Diese Auswirkungen beleuchtete Thomas Buchholz, Maklerbetreuer der LV 1871, auf einem Workshop zum Thema „Fondspolicen versus Fondssparplan“ auf dem kürzlich abgehaltenen Kongress „Der Neue Finanzberater“ in Hanau.

„Bislang behandelte der deutsche Gesetzgeber Fondsanleger im Wesentlichen wie Direktanleger: Nur der Anleger wurde besteuert, aber nicht der Fonds“, sagte Buchholz. Seit 1. Januar müssten Investmentfonds auf bestimmte inländische Erträge Steuern in Höhe von 15 Prozent aus dem Fondsvermögen zahlen. Damit werden in- und ausländische Investmentfonds nun gleich besteuert.

Teilfreistellung und Halbeinkünfteverfahren bei Police

Um für Fondsanleger einen Ausgleich zu schaffen, sieht das Gesetz sogenannte Teilfreistellungen vor, die einen gewissen Prozentsatz der Erträge steuerfrei stellen. „Die Höhe des steuerfreien Anteils richtet sich nach der Art des Fonds“, erklärte Buchholz. Bei Aktienfonds ab 51 Prozent Aktienquote seien dies 30 Prozent steuerfreie Erträge, bei Mischfonds ab 25 Prozent Aktienquote 15 Prozent, bei Fondspolicen ebenfalls 15 Prozent.

Im Detail würden Direktanlagen über eine sogenannte Vorabpauschale einen Steuerrabatt erzielen, der Fondspolicen nicht gewährt wird. Dort kommt weiter das Halbeinkünfteverfahren zum Tragen. Insgesamt seien die Wirkungen der neuen Investmentbesteuerung eher marginal, betonte Buchholz. Dies hatte kürzlich auch die Firma Honorar Konzept betont (procontra berichtete). Die Makler im Publikum zeigten sich zum einen erstaunt über die Neuerungen durch das Investmentsteuergesetz, zum anderen frustriert über die nun noch komplizierteren steuerlichen Regelungen und die Notwendigkeit, Steuerberater bei der Kundenberatung mit einzubeziehen.

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