„Ich halte nichts von einem Provisionsdeckel“

Berater Maklers Lieblinge Top News von Florian Burghardt

In der Umfrage „Maklers Lieblinge“ lobten die Vermittler die Betreuung der LV 1871. Vertriebsvorstand Hermann Schrögenauer äußert sich im Interview zur Zukunft der Makler und sagt, warum es beim Provisionsdeckel keinen Kuhhandel geben darf.

Die LV 1871 zählt zu "Maklers Lieblingen 2018". Vertriebsvorstand Hermann Schrögenauer stand procontra dazu Rede und Antwort.

Die LV 1871 zählt zu "Maklers Lieblingen 2018". Vertriebsvorstand Hermann Schrögenauer stand procontra dazu Rede und Antwort. Bild: LV 1871

procontra: Sie sind „Maklers Liebling 2018“ in der Kategorie „Beste Maklerbetreuung“. Welchen Stellenwert nimmt eine solche Auszeichnung von Maklern für Sie ein?  

Hermann Schrögenauer: Wir haben uns natürlich sehr darüber gefreut. Das ist für uns eine extrem wichtige Auszeichnung, weil sie einen Teil unseres Werteversprechens widerspiegelt. Wir setzen gerade jetzt, wo sich viele Mitbewerber aus der großflächigen Betreuung zurückziehen auf eine persönliche Kundenbetreuung vor Ort. Während große Konzerne ihre Präsenz aus Kostengründen abbauen, machen wir genau das Gegenteil und sind der Meinung, dass wir eine nachhaltige Zusammenarbeit mit unseren Vertriebspartnern aufrecht erhalten können. Wenn das noch durch digitale Kanäle unterstützt wird, dann schaffen wir ein Gesamtpaket und einen gewissen Wohlfühlfaktor, den unsere Partner da draußen zu schätzen wissen – davon bin ich überzeugt.  

procontra: Der freie Vertrieb meistert viele Herausforderungen, wie zum Beispiel die Anforderungen der IDD, der DSGVO und nicht zuletzt die einer funktionierenden IT-Schnittstelle zum Versicherer. Sie als Anbieter unterstützen die Makler dabei. Ist dieser Support mittlerweile wichtiger als die Auswahl des „besten Produktes“, die der Kunde ja eigentlich erwartet?  

Schrögenauer: Das fragen wir uns selbst auch recht oft, weil das Produkt so gesehen immer mehr in den Hintergrund rückt. Trotzdem geht es am Ende immer um die Frage, welches Produkt der Vermittler auswählt. Als Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit verstehen wir uns als Treuhänder unserer Kunden. Unsere Produkte sind immer geradlinig und transparent, dazu relativ günstig. Darin besteht unsere Kernstärke. Deshalb sind wir auch produktseitig immer recht weit vorne mit dabei. Von daher passen bei uns Produkt und Service ganz gut zusammen.  

procontra: Parallel zu den steigenden Beratungsanforderungen für den Vertrieb wird die Einführung eines Provisionsdeckels in der Lebensversicherung diskutiert. Wie stehen Sie dazu?  

Schrögenauer: Ich halte grundsätzlich nichts von Maßnahmen wie einem Provisionsdeckel, der direkt den Vermittlern schadet, die als einziger Vertriebsweg im Lager des Kunden stehen. Allerdings gibt es zur Ausgestaltung eines solchen Deckels ja aktuell auch noch viele offene Fragen. Ganz klar ist für mich: Die Beratung hat einen Wert und gerade bei komplexen Produkten wie der Berufsunfähigkeitsversicherung braucht man eine sehr gute Beratung und die muss auch entsprechend vergütet werden. Deshalb glaube ich, dass ein Provisionsdeckel, wie wir ihn aktuell diskutieren, nicht zu einer Besserstellung der Kunden führen wird. Außerdem wollen wir keinen Kuhhandel. Ein Provisionsdeckel im Tausch gegen Entlastungen bei der Zinszusatzreserve wäre der schlechtmöglichste Deal.

Das vollständige Interview mit Hermann Schrögenauer lesen Sie in der aktuellen procontra-Printausgabe.

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