Finanztest: So lassen sich Fondspolicen optimieren

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Der Abschluss einer Fondspolice ist für den Vermittler kein Ruhekissen. Gemäß IDD-Umsetzungsgesetz muss er regelmäßig prüfen, ob das Produkt noch passt. Die Stiftung Warentest hat jetzt Ideen entwickelt, wie sich eine Fondspolice optimieren lässt.

Je nach Umfang der Kapitalgarantie in der Fondspolice und der Restlaufzeit des Vertrages empfiehlt Finanztest in seiner Oktober-Ausgabe unterschiedliche Aktienanteile.

Je nach Umfang der Kapitalgarantie in der Fondspolice und der Restlaufzeit des Vertrages empfiehlt Finanztest in seiner Oktober-Ausgabe unterschiedliche Aktienanteile. Quelle: Finanztest 10/2018

Mit dem IDD-Umsetzungsgesetz wurde eine Angemessenheits- und Geeignetheitsprüfung für Versicherungsanlageprodukte (technisch neuer Begriff für Fondspolicen) Pflicht. Die Beratungspflichten hierzu orientieren sich damit stärker an denen für Finanzanlagen. „Besteht für den Finanzanlagen-Vermittler bei Direktanlagen nach Abschluss keine Betreuungspflicht, so eröffnet Paragraf 7c Absatz 5 VVG für Fondspolicen gerade eben doch eine solche Betreuungspflicht“, sagt Jens Reichow, Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht und Partner der Kanzlei Jöhnke & Reichow Rechtsanwälte.

Für Versicherungsmakler regelt Paragraf 7b VVG den Umfang der Informationspflichten, die gegenüber dem Kunden bei Versicherungs-Anlageprodukten mindestens erfüllt werden müssen. Dazu gehört auch die Information darüber, ob der Makler dem Kunden eine regelmäßige Beurteilung des empfohlenen Versicherungsanlageproduktes bietet, dass das Produkt noch „passt“. Im Zuge einer solchen Betreuungsleistung gehört auch, nicht nur die Performance im Blick zu behalten, sondern auch Optimierungsmöglichkeiten aufzuzeigen.

Portfolien vieler Fondspolicen immer gleich

Der Bedarf ist riesig. Untersuchungen der Ratingagentur Assekurata haben gezeigt, dass etwa neun von zehn Kunden ihre Fonds während der gesamten Laufzeit nie austauschen, erklärt Analyst Lars Herrmann. Mit geschickter Gestaltung verhelfen Makler ihren Kunden zu mehr Rendite. Wie das gehen könnte, zeigt die Stiftung Warentest in der Oktober-Ausgabe der Zeitschrift „Finanztest“ auf. Dazu wird eine Strategie in vier Schritten empfohlen:

1. Restlaufzeit und Garantieform in Erinnerung bringen.

2. Aktienanteil festlegen (siehe Grafik).

3. Aktienfonds wählen und dann nach ETF auf den weltweiten Aktienindex MSCI World im Angebot des Versicherers schauen. Gibt es keine ETF in der Fondsliste, dann einen entsprechenden aktiv gemanagten Fonds suchen.

4. Liegt der Aktienanteil im „freien Fondsinvestment“ unter 100 Prozent, beim Versicherer nach ETF zu Rentenfonds auf Euro-Staatsanleihen oder Euro-Unternehmensanleihen fragen. Gibt es keine ETF in der Fondsliste, dann einen entsprechenden aktiv gemanagten Rentenfonds suchen.

Optimierung bei freiem Investment möglich

Klar ist: Eine Wahl besteht nur beim restlichen Fondsguthaben, das wirklich zum freien Fondsinvestment verfügbar ist. Vorher wird ein Großteil des Beitrags zum Abdecken der gewählten Kapitalgarantie – liegt zwischen 0 und 100 Prozent ¬– und damit zur Anlage in sicheren, meist verzinslichen Anlagen benötigt.

Das restliche Fondsguthaben speist sich aus Beitragsanteilen, die der Versicherer nicht für die Garantie benötigt, und aus Überschüssen. Bei „reinen“ Fondspolicen ohne Garantie kann das gesamte Guthaben in Aktien investiert werden. Es kommt jedoch auf das Risikobewusstsein des Kunden an. Viele wünschen eingebaute Garantien und zumindest eine 50:50-Balance zwischen Aktien- und Rentenanteil in der Police.

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