Ergo-Tochter mit "epischem Tabubruch"

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Peinlicher Spot, gewagter Tabubruch oder gar ein neues Kapitel in Versicherungsgeschichte? Die Sichtweisen auf einen Werbefilm der Ergo-Tochter Nexible könnten kaum unterschiedlicher sein. Ursache dafür ist die Kernbotschaft des Clips: „So wenig Versicherung wie möglich“.

Ergo Nexible Digitalisierung Markenkern Werbung

Der Vorgänger warnt seinen Nachfolger, sich Erfolg nicht zu Kopf steigen zu lassen. Bild: Screenshot /Youtube

Mit „Adam Riese“, Neodigital oder Nexible verdichtet sich ein Trend in der Versicherungsbranche hin zu Versicherungsunternehmen , die von Anfang an auf konsequente Prozessoptimierung setzen. Die rein digitalen Anbieter gelten Markus Rieß (Ergo) als Schnellboote, die unbelastet von tradierten Strukturen, dass Mutterschiff digital auf Kurs bringen.

Doch neue Versicherer, die Erkenntnisse über Kundenverhalten und digitale Prozesse (mit)liefern sollen, brauchen – genau - Kunden. Darüber mag Einigkeit bestehen, nicht aber über den Weg, wie dieses Ziel zu erreichen ist.

Spot sorgt für bissigen Kommentar

Die Ergo-Tochter Nexible setzt auf die großen Knalleffekte, wenn es um den Gewinn von Aufmerksamkeit geht. Im viereinhalbminütigen Werbefilm der Agentur Dojo treffen Jürgen Drews und der Nachtkönig, eine Gestalt aus der Fantasy-Serie „Game of Thrones“ zusammen. Der „König von Mallorca“ sucht einen Nachfolger und arbeitet dne Nachtkönig in das anstrengende Partyleben am Ballermann ein. Was das mit Versicherung zu tun hat? Wird auch direkt im Clip gefragt und Drewes antwortet selbst: „So wenig wie möglich“.

Die Aufmachung erinnere an Trash-Kunstwerke im Stile von „Berlin-Tag & Nacht“, „Frauentausch“ oder „Bauer sucht Frau“, hieß es in einem launigen Kommentar auf „Versicherungswirtschaft heute“. Doch auch von „Tabubruch“ und „Seitenhieb auf die Etablierten“ schrieb das Banchenmaganzin. Letztlich entschied sich Kommentator Michael Stanczyk, den Spot für peinlich zu halten.

Social-Media-Experte voll des Lobs

Völlig anders liest sich hingegen die Bewertung des Werbespots bei Social-Media-Experte und As-im-Ärmel-Gründer MarKo Petersohn. In seiner „Filmkritik“ findet sich jede Menge Lob: Von einem „epischen Treffen“ ist die Rede und von unzähligen pop- und trashkulturellen Referenzen. Petersohn zieht folgendes Fazit zum Film: „Nexible setzt neue Maßstäbe dafür, wie unterhaltsam und gleichzeitig zielgerichtet man Versicherungen kommunizieren kann.“

„Wenig Versicherung“ – Boomerang für Nexible?

Allerdings ist die im Film genannte Kernbotschaft geeignet, missverstanden zu werden. Es bleibt, den Nexible-Kunden zu wünschen, dass sich nicht ausgerechnet im Schadensfall erneut mit dem Slogan „So wenig Versicherung wie möglich“ konfrontiert werden.

Video: Nachtkönig trifft Jürgen Drews

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