Die Versicherungen mit den höchsten Abgangsquoten

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In welchen Versicherungssparten werden jährlich die meisten Verträge gekündigt? Welche Policen werden am seltensten verlängert und wo fallen die meisten Risiken weg? Eine Stellungnahme der Bundesregierung gibt dazu Auskunft.

Wie es um die anteiligen Vertragsabgänge in vielen Versicherungssparten bestellt ist, darüber gab die Bundesregierung Auskunft.

Wie es um die anteiligen Vertragsabgänge in vielen Versicherungssparten bestellt ist, darüber gab die Bundesregierung Auskunft. Bild: Pixlord/Pixabay

Im Jahr 2017 wurden 17,8 Prozent aller Transportversicherungen vorzeitig beendet oder nach Ablauf der Vertragslaufzeit nicht verlängert beziehungsweise erneuert. Damit liegt diese verhältnismäßig kleine Sparte, mit Blick auf das vergangene Jahr, an der Spitze der Versicherungen mit den höchsten Abgangsquoten. Auch die mit der Transportversicherung häufig in einem Atemzug genannte Luft- und Raumfahrtzeug-Haftpflicht (16,5 Prozent) und generell die Luft- und Raumfahrt-Versicherung (15,4 Prozent) wiesen im Vorjahr mit die höchsten Abgangsquoten aus.

Diese Zahlen stammen aus einer Antwort des Bundesministeriums der Finanzen (BMF) auf eine Kleine Anfrage der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen. Ursprünglich hatten die Politiker nach der Anzahl der von Sachversicherern gekündigten Verträge gefragt. Diese Daten lagen der Bundesregierung, in deren Namen das BMF antwortete, aber nicht vor. Ersatzweise lieferte es umfangreiche Informationen zu generellen Vertragsabgängen.

Die Angaben beziehen sich dabei auf diejenigen Verträge, die regulär nach Ende der Versicherungsdauer ausgelaufen sind oder vorzeitig beendet wurden, weil der Versicherungsnehmer verstorben ist, Risiken weggefallen sind oder der Vertrag von einer Vertragspartei gekündigt wurde. Nicht berücksichtigt sind Verträge, die nach Ende der Versicherungsdauer erneuert oder verlängert werden, und Versicherungsverträge mit unterjähriger Versicherungsdauer. Die Angaben für das Jahr 2017 sind dabei als vorläufig zu betrachten. Die Quote gibt den prozentualen Anteil der Abgänge bezogen auf die durchschnittliche Anzahl der Versicherungsverträge in einem Jahr wieder.

Viele Abgänge in Kfz, wenig in Unfall

Somit kam etwa die gesamte Kfz-Versicherungssparte im Vorjahr auf eine Abgangsquote von 14,4 Prozent was mehr als 15 Millionen Policen entspricht. Zweistellige Prozentwerte gab es im Vorjahr außerdem in der Kredit- und Kautions- (12,9 Prozent), der Beistandsleistungs- (12,7 Prozent), der sonstigen Sach- (10,1 Prozent) und der sonstigen Schadenversicherung (16,9 Prozent).

Verhältnismäßig niedrige Abgangsquoten wurden für 2017 in den folgenden Sparten ermittelt (mitgenannt wurde vom BMF auch die Krankenversicherung):

  • Allgemeine Unfallversicherung (3,9 Prozent)           
  • PKV (4,2 Prozent)       
  • Haftpflicht (4,8 Prozent)      
  • Verbundene Wohngebäude (5,2 Prozent)        
  • Feuerversicherung (5,5 Prozent)          
  • Verbundene Hausrat (6,8 Prozent)           
  • Rechtsschutz (9,1 Prozent)

Wie sich die Quoten der Vertragsabgänge im Durchschnitt seit dem Jahr 2008 entwickelt haben, finden Sie auf Seite 2 dieses Artikels.

Seite 1: Diese Sparten hatten 2017 viele Vertragsabgänge
Seite 2: Die höchsten und niedrigsten Abgangsquoten auf 10-Jahres-Sicht

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