Banken heben Gebühren an

Sachwerte von Franziska Finkenstein

Jedes zweite Kreditinstitut wird in naher Zukunft nicht nur Preissteigerungen, sondern auch ganz neue Gebühren einführen. Drei Viertel sehen Optimierungsbedarf am gegenwärtigen Geschäftsmodell.

Aus der Umfrage „Branchenkompass Banking 2018“ geht hervor, dass ein Großteil der Banken in Deutschland Gebührenerhöhungen vornehmen wird. Aber auch das digitale Angebot soll aufgestockt werden. Foto: Faberr Ink

Bankunternehmen verlangen bald mehr Gebühren. Das geht aus der Befragung „Branchenkompass Banking 2018“ des Marktforschungsinstitut Research Now in Auftrag von Sopra Steria Consulting und dem F.A.Z.-Institut vor, die das Verhalten einiger deutscher Bankinstitute gegenüber ihren Kunden und im digitalen Wettbewerb untersucht hat.
Der Studie zufolge werden Bankgeschäfte in Deutschland zukünftig teurer, da jedes zweite Unternehmen plant, seine Gebühren zu erhöhen, um in digitale Plattformen zu investieren. Im Zuge der Preiserhöhungen sollen daher ganz neue Gebühren eingeführt werden, wie beispielsweise für Bankleistungen, die neue Technologien und IT-Architekturen beinhalten.

Warnung vor zu hohen Gebühren

Gründe für die Erhöhung liegen zum einen im international immer wichtiger werdenden Privatkundengeschäft und in der sich rasant weiter entwickelnden Digitalisierung. Im Kontext dieser Prozesse treten deutsche Banken auf der Stelle.
Der Experte und Banking-Direktor bei Sopra Steria Consulting, Tobias Keser, rät den Banken jedoch von zu hohen Gebührensteigerungen ab. Die höchsten Einkommen erzielten viele Unternehmen vor allem durch teure Standardleistungen wie Giro- und Basiskontogebühren, welche treue Kunden aufgrund der einfachen Vergleichbarkeit auf dem Markt bald nicht mehr in Anspruch nehmen würden. „Ohne spürbaren Mehrwert höhere Gebühren zu verlangen, treibt die Kunden zur digitalen Konkurrenz,“ so Keser. Immerhin sehen drei Viertel der Banken Optimierungsbedarf am gegenwärtigen Geschäftsmodell.

Solidarisierung statt Konkurrenz

Der Status Quo zeigt: Online-Banking und Mobile Apps werden bei Kunden immer beliebter, das standardisierte Privatkundengeschäft (Retail Banking) hingegen unbeliebter. Hinzu beeinflussen Technologie-Firmen und Fintechs den Markt. 39 Prozent der Banken nehmen die Firmen Apple und Google bereits als Kontrahenten wahr, weil sie eine für digitale Finanzdienste offene Kundenbasis bieten. Keser schlägt anstelle eines Konkurrenzdenkens jedoch eine Solidarisierung vor: „Der Schlüssel zum Erfolg liegt darin, sich mit digitalen Anbietern zu verbünden, neue Services zu entwickeln und mit einer eigenen Plattform auf den Markt zu gehen.“ Differenzierung würde zukünftig über den Austausch zwischen Vermittler und Kunden stattfinden. Wer seine Kunden darlege, was sie bei einem Anbieterwechsel alles versäumen, bekäme seine Leistungen auch gut bezahlt.

Sopra Steria Consulting gilt als Vorreiter in Sachen digitaler Transformation. Neben eines umfassenden Angebotsportfolios für Ende-zu-Ende-Services macht die Firma seine Kunden stetig mit den digitalen Möglichkeiten digitaler Technologie vertraut. Für die Studie wurden 109 Fach- und Führungskräfte von Banken mit Bilanzsummen über 500 Millionen Euro befragt.

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