Ausfalldeckung gehört in die Haftpflicht

Privatschutz von Stefan Terliesner

Wer anderen einen Schaden zufügt, haftet dafür. Doch was, wenn der Verursacher nicht versichert ist und selbst nicht zahlen kann? Dann geht der Geschädigte leer aus – oder der Makler war weitsichtig.

Der Geschädigte kann leer ausgehen – außer der Makler war weitsichtig. Bild: unsplash.com/ Briana Tozour

Die private Haftpflichtversicherung ist die vielleicht wichtigste Versicherung. Jeder sollte sie haben. Denn nach den gesetzlichen Bestimmungen des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB, hier: § 823) muss jeder für den Schaden in unbegrenzter Höhe einstehen, den er schuldhaft verursacht hat. Doch Tatsache ist, dass viele Menschen in Deutschland ohne diesen Schutz unterwegs sind. Laut einer älteren Erhebung des GDV sollen es sogar rund 15 Prozent sein. Dass heißt: Von einem Moment auf den anderen, zum Beispiel durch ein Unfall im Straßenverkehr, kann es jedem passieren, dass man selbst einen Schaden erleidet – und darauf sitzen bleibt, weil die Gegenpartei keine Haftpflichtversicherung hat und auch nicht über ausreichend finanzielle Mittel verfügt dem Geschädigten den Schaden zu ersetzen.

Versicherbarer Leistungsbaustein

Die Gefahr für Geschädigte ist real. Etliche Unfälle ziehen Kosten in sechs- oder siebenstelliger Höhe nach sich: Schmerzensgeld, Krankenhauskosten, Folgeschäden, behindertengerechter Umbau und so weiter. Nicht jeder Schädiger verfügt über so viel Vermögen, dass er ohne Versicherungsschutz einen Schaden in dieser Größenordnung begleichen könnte. Als Sachwalter ihrer Kunden sollten Makler diese Möglichkeit nicht nur in Betracht ziehen, sondern ihren Kunden erläutern, dass es auch für diese Fälle Versicherungsschutz gibt. Die Rede ist von einer Forderungsausfalldeckung.

Eine Ausfalldeckung ist in leistungsstarken Tarifen der Haftpflichtversicherung enthalten. Nur eine solche Premium-Police schützt in beide Richtungen. Erstens deckt sie Schadensersatzforderungen von Dritten gegen den Versicherungsnehmer ab – das ist sozusagen die ganz normale Basisversion dieser wichtigen Police. Zweitens bietet sie dem Versicherungsnehmer auch dann Schutz, wenn er selbst Geschädigter ist und sonst kein Geld erhalten würden. Die zusätzliche Leistung fällt bei der Jahresprämie häufig kaum ins Gewicht. Oft ist es nur Unkenntnis, dass dieser Baustein beim Kunden fehlt. Für Makler lauert hier mitunter sogar eine Haftungsfalle. Hierauf weisen Rechtsanwälte hin.

Zahlung an Bedingungen geknüpft

Allerdings erstattet ein Versicherer nicht einfach so die Kosten, wenn man selbst einen Schaden erlitten hat und es zu einem Forderungsausfall gekommen ist. Die Leistung aus einer Ausfalldeckung ist an Voraussetzungen geknüpft. Zunächst einmal ist der Schutz ausgeschlossen, soweit ein anderer Versicherer leistungspflichtig ist. Und bevor der Versicherer zahlt, muss die Schuld des Schadenverursachers rechtskräftig festgestellt worden sein. Es muss ein vollstreckbarer Titel vorliegen, wie Juristen es ausdrücken. Zudem müssen finanzielle Forderungen durch den Geschädigten offen sein. Das ist dann der Fall, wenn der Verursacher zum Beispiel selbst nach einer Zwangsversteigerung nicht die volle Summe zur Befriedigung des Versicherungsnehmers aufbringen kann. Und teilweise leisten Versicherer erst, wenn ein Schaden ab einer bestimmten Höhe eingetreten ist. Die Höhe dieser Mindestschadensumme hängt von Versicherer und Tarif ab und können zum Beispiel ab 500 einspringen, oder bei einem Anbieter ab 1.000 oder 2.000 Euro. Insgesamt also gibt es Einiges zu beachten. Aber dafür sind Makler ja da.

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