Allianz bestätigt Provisionskürzung

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Mehrere tausend Vertreter der Allianz Deutschland müssen sich auf einen Umsatzrückgang einstellen. Der Versicherer wird ihnen einen nicht unerheblichen Teil ihrer Provision streichen. Wann es losgeht und was er damit vorhat.

Grob hochgerechnet dürfte die Allianz durch die Streichung der Provisionen rund 40 Millionen Euro jährlich einsparen.

Grob hochgerechnet dürfte die Allianz durch die Streichung der Provisionen rund 40 Millionen Euro jährlich einsparen. Bild: Allianz

Die Allianz Deutschland wird etwa der Hälfte ihrer rund 8.000 Ausschließlichkeitsvertreter einen nicht unerheblichen Teil ihrer Provisionseinnahmen streichen. Konkret geht es um die sogenannte Bestandssicherungsprovision (BSP), die am Ende eines Jahres ausgeschüttet wird. Bei vielen der rund 4.000 betroffenen Vertreter beläuft sie sich auf um die 10.000 Euro jährlich, was laut Allianz einen einstelligen Prozentwert der jährlichen Provisionseinnahmen ausmachen dürfte. Über die Streichung hatte zuerst die Süddeutsche Zeitung berichtet. Ein Sprecher der Allianz hat die Informationen heute auf procontra-Nachfrage offiziell bestätigt.

Demnach soll die BSP übergangsweise noch für 4 weitere Jahre gezahlt werden, ehe sie dann komplett wegfällt. Ausgezahlt wird während dieser Phase die Summe aus dem Jahr 2017. Eigentlich wird die BSP in Abhängigkeit zur Stornoquote des jeweiligen Vertreters berechnet. Je weniger Verträge auf Jahressicht gekündigt werden, desto höher fällt die Jahresendprämie für die Vermittler aus.

Notwendige Kostensenkung

Zwar soll ein neues Provisionsmodell den Einbußen der Vertreter entgegensteuern. Unter dem Strich sollten die Betroffenen durch die Umstellung aber mit einem Einkommensrückgang rechnen. Wie es heißt, sei aus Sicht der Allianz diese Kostensenkung notwendig, damit die Digitalisierung und der Ausbau neuer Angebote vorankommen kann. Gestärkt durch diese Effekte solle es dann den Vermittlern wiederum möglich sein, ihre Umsätze durch steigende Verkäufe wieder zu erhöhen.

Da die Allianz ihre BSP schon seit fast 20 Jahren auszahlt, empfinden anscheinend viele Vertreter die geplante Maßnahme als deutlichen Einschnitt. Wie die Süddeutsche Zeitung berichtet, würden zahlreiche Allianz-Vertreter in einem internen Online-Forum ihrem Ärger Luft machen. Häufig würde es dabei um Schwachstellen in der IT-Technik des Versicherers gehen. Somit scheint die Allianz mit ihrem Plan, die Einsparungen aus der BSP-Streichung in die Digitalisierung stecken zu wollen, auf einem sinnvollen Weg. Wenn auch nicht aus Sicht aller Vertreter.

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