Wohnimmobilien: Trendwende absehbar?

Sachwerte von Michael Fiedler

Die Wachstumsraten der Wohnungspreise verzeichnen leichte Rückgänge. Lässt sich daraus bereits eine Trendwende am deutschen Wohnimmobilienmarkt ableiten? Das hat die Berliner Ratingagentur Scope untersucht.

Wohnimmobilien Wohnungsbau Eigenheim

Die Bauintensität hat deutlich zugenommen. Dennoch erwartet Scope eher steigende Mieten in den größten Städten Deutschlands. pixabay / MichaelGaida

Sind die leichten Rückgänge der Wachstumsraten bei den Preisen für Eigentumswohnungen erste Anzeichen für eine Trendwende am Wohnimmobilienmarkt?
Wohl eher nicht. Vergleicht man die Wachstumsraten der ersten Halbjahre 2017 und 2018, verteuerten sich die Preise für Eigentumswohnungen in den größten deutschen Städten im Durchschnitt um mehr als 8 Prozent. Die Preiszuwächse liegen damit deutlich über der Inflationsrate und dem Langfristtrend, schreibt die Ratingagentur Scope in ihrer jüngsten Auswertung zum deutschen Wohnimmobilienmarkt.

Preise steigen – Bauaktivität auch

Den steigenden Preisen steht allerdings auch eine steigende Bauaktivität entgegen. So wurden 2010 nur 20.000 Wohneinheiten in den zehn größten deutschen Städten fertiggestellt; sieben Jahre später waren es bereits 50.000. Damit lag die Bauintensität 2017 in sieben der zehn größten Städte über dem 25-Jahres-Durchschnitt. Laut Scope zeigen hier Frankfurt, München, Düsseldorf und Berlin eine besondere Dynamik.

Wohnungen: Genehmigt - aber ungebaut

Dass auch in den kommenden Jahren viele Wohnungen auf den Markt kommen, zeigt ein Blick auf den sogenannten Bauüberhang: Von 2010 bis 2017 wurden in den betrachteten Städten rund 150.000 Wohnungen genehmigt aber noch nicht fertiggestellt. Besonders groß ist die Diskrepanz zwischen Baugenehmigungen und -fertigstellungen in Berlin, Hamburg, München und Frankfurt.
Vom aktuellen Bauüberhang befinden sich rund zwei Drittel im Bau. Das bedeutet, dass rund 100.000 Wohnungen in den kommenden ein bis zwei Jahren fertiggestellt werden (neu zu genehmigende Wohnungen sind hier noch nicht enthalten). Die hohen Fertigstellungen werden tendenziell Druck von Mieten und Kaufpreisen nehmen.

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