Studie: Große Irrtümer beim BU-Schutz

Berater von Florian Burghardt

In der Berufsunfähigkeitsversicherung gibt es anscheinend großes Potenzial für Präventions- und Assistance-Leistungen. Das zeigt eine neue Gothaer-Studie. Sie offenbart aber auch, dass viele Menschen bei der Arbeitskraftabsicherung aufs falsche Pferd setzen.

Laut der Gothaer-Studie haben sich bereits viele Menschen mit der Berufsunfähigkeitsversicherung auseinandergesetzt. Bei der Wahl der Arbeitskraftabsicherung gibt es dann aber anscheinend viele Fragezeichen und Irrtümer.

Laut der Gothaer-Studie haben sich bereits viele Menschen mit der Berufsunfähigkeitsversicherung auseinandergesetzt. Bei der Wahl der Arbeitskraftabsicherung gibt es dann aber anscheinend viele Fragezeichen und Irrtümer. Bild: Sophieja23/Pixabay

„Die eigene Arbeitskraft ist einmalig und braucht Schutz.“ So lautet das Fazit, dass die Gothaer Versicherungen ihrer aktuellen Studie zur Arbeitskraftabsicherung voranstellen. Für diese wurden 1.000 Berufstätige in Deutschland zwischen 16 und 50 Jahren befragt.

Aus der Analyse geht hervor: Jeder zweite Befragte ist der Meinung, dass er infolge einer Depression oder einer anderen psychischen Erkrankung seinen Beruf nicht mehr ausüben könnte. Rund 47 Prozent sehen in Unfällen die BU-Ursache Nummer eins. Dahinter folgen Nervenerkrankungen (44,7 Prozent), Schäden am Bewegungsapparat (43,8 Prozent) und Tumorerkrankungen (41,3 Prozent) – Mehrfachnennungen waren möglich. Damit sind den Menschen die Hauptgründe für Berufsunfähigkeit durchaus bewusst – nur die Gewichtung ist nicht ganz korrekt.

Potenzial für Prävention und Assistance

Korrekt ist allerdings, dass die Psyche in den meisten Fällen am Verlust der Arbeitskraft schuld ist. Vor dem Hintergrund dieser Erkenntnis bieten sich Versicherern aber Leistungsmöglichkeiten, die weit über die Zahlung der BU-Rente hinausgehen und manche Kunden zudem gänzlich vor dem Schadenfall bewahren können. „Diese Sorge müssen wir als Versicherer ernst nehmen. Hier sind wir gefragt, nicht erst im Leistungsfall tätig zu werden, sondern auch schon im Sinne von Prävention unseren Kunden Angebote zu machen“, erklärt Maike Gruhn, Leiterin Produkt- und Innovationsmanagement bei der Gothaer. Eine Chance für den Ausbau von Assistance-Leistungen während der Laufzeit der Berufsunfähigkeitsversicherung.

Solche Assistance-Leistungen wünschen sich die Befragten von ihrem Versicherer aber auch im Schadenfall und darüber hinaus. Im Falle dauerhafter Berufsunfähigkeit wären 47,7 Prozent der Befragten direkt vom Versicherer angebündelte Pflegeleistungen wichtig. Hilfe für Haushalt und Familie würden 43,4 Prozent wertschätzen und jeweils rund 36 Prozent wäre es wichtig, vom Versicherer Unterstützung bei der Auswahl und Organisation von Rehamaßnahmen zu erhalten. Hohen Stellenwert hat außerdem die Hilfe bei der Rückkehr in den Beruf. Nach einer mehr als sechswöchigen Arbeitsunfähigkeit würde sich jeder zweite Befragte über Unterstützung bei der Suche nach therapeutischer Hilfe als Vorbereitung zur Rückkehr ins Berufsleben freuen. Auch Hilfe beim betrieblichen Eingliederungsmanagement oder bei einer eventuellen Umschulung sind gefragt.

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