Provisionsbetrug: Hohe Haftstrafe für Makler

Panorama von Florian Burghardt

Das Landgericht Schweinfurt hat einen Versicherungsmakler zu einer verhältnismäßig hohen Freiheitsstrafe verurteilt. Die Anklage warf ihm vor, sich in über 200 Fällen rund 750.000 Euro Provision erschlichen zu haben.

Sich in 3 Jahren 750.000 Euro Provision zu erschleichen, ist kein Pappenstiel. Das sahen auch die Schweinfurter Richter so.

Sich in 3 Jahren 750.000 Euro Provision zu erschleichen, ist kein Pappenstiel. Das sahen auch die Schweinfurter Richter so. Bild: 3839153/Pixabay

Vier Jahre und drei Monate Freiheitsstrafe wegen vielfachen Betruges. Dieses Urteil sprachen die Richter der ersten großen Strafkammer am Schweinfurter Landgericht am Montag in einem Verfahren gegen einen Versicherungsmakler (Az: 2 JS 4256/13).

Der Prozess hatte bereits im März begonnen. Laut der Anklageschrift musste sich der 54-Jährige wegen Betrugs in 233 Fällen verantworten. Insgesamt soll er Provisionen in Höhe von rund 750.000 Euro ergaunert haben. Verurteilt wurde er letztendlich für eine geringere Anzahl von Fällen. Das hohe Strafmaß (maximal hätten ihm 5 Jahre Gefängnis gedroht) zeigt aber die Schwere der Taten.

Angaben gefälscht

Die Masche des Maklers bestand einerseits darin, seinen Kunden unsinnige Verträge zu vermitteln. Das berichtet der Bayerische Rundfunk, der den Prozess vor Ort begleitet hat. So habe der Mann im Zeitraum der Jahre 2011 bis 2013 beispielsweise fondsgebundene Rentenversicherungen verkauft, bei denen die Auszahlung erst im hohen Alter – teilweise erst mit 88 Jahren – begonnen hätte.

Darüber hinaus soll der verurteilte Vermittler im Antragsverfahren Gesundheitsfragen und Angaben zur Identität seiner Kunden gefälscht haben. Die Versicherer hätten dadurch Verträge gezeichnet, die sie bei Kenntnis der tatsächlichen Umstände nicht abgeschlossen hätten.

Schwarze Schafe schaden der Branche

Die Gegend um Schweinfurt scheint ein heißes Pflaster für betrügerische Versicherungsvermittler zu sein. Erst Ende 2017 hatte das Landgericht vier Vermittler verurteilt, die sich gemeinsam rund 3,5 Millionen Euro an Provisionen erschlichen hatten.

Auch weit über die Schweinfurter Region hinaus treten immer wieder solche Fälle auf, die dem ohnehin nicht makellosen Image der Branche weiter schaden. Beispielsweise war ebenfalls im vergangenen Jahr ein Fall bekannt geworden, bei dem ein Vertreter mit gefälschten Verträgen 670.000 Euro ergaunert hatte.

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