P&R-Pleite: Haft für Gründer und Fristablauf

Sachwerte von Michael Fiedler

P&R-Pleite: Während der Gründer des Container-Vermieters in Haft sitzt, endet die Frist für Anmeldung von Forderungen gegenüber den insolventen Gesellschaften. Weiterhin unklar bleibt die Haltung der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin).

Betrug Ermittlung P&R Finanzskandal BaFin Schneeballsystem

Am 14.09.2018 endete die Frist zur Anmeldung von Forderungen gegen die insolventen P&R-Gesellschaften. Bild: Matthias Balk/dpa

Das Ermittlungsverfahren im Fall der insolventen P&R Gesellschaften führte zu ersten Verhaftungen. Der Gründer, Heinz R., befindet sich in Untersuchungshaft, berichtet die Süddeutsche Zeitung. Die Münchener Staatsanwaltschaft leitete ein Ermittlungsverfahren wegen Verdacht auf Anleger-Betrug in Milliardenhöhe gegen ihn ein (procontra berichte).

Fristablauf Forderungsanmeldung

Fast zeitgleich mit der Verhaftung endet die Frist zur Anmeldung von Forderungen gegen die insolventen Gesellschaften. Das Insolvenzgericht hatte den rund 54.000 Anlegern dafür eine Frist bis zum 14.09.2018 eingeräumt.
Für die ersten Gläubigerversammlungen am 17. und 18. Oktober hat der Insolvenzverwalter die Münchener Olympiahalle reserviert. Eine Größenordnung, die angemessen ist: Denn im August hatten bereits 30.000 Anleger Ansprüche angemeldet.

Grüne sehen „Aufsichtsversagen“

Der Finanzskandal wirft – nicht zum ersten Mal – Fragen nach der Rolle der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) auf. Deren Gegenmaßnahmen beschränkten sich auf die Veröffentlichung von Ad-hoc-Meldungen auf der BaFin-Webseite am 21. März 2018.
Kritiker, wie der Grünen-Finanzexperte Dr. Gerhard Schick, fanden deutliche Worte (procontra berichtete): „Da wird versucht, Hände in Unschuld zu waschen. Es gab Hinweise, dass es Mietunterdeckungen und damit Geschäftsprobleme gibt. Die Risiken waren nicht klar und kompakt dargestellt. Doch die BaFin hat nur zugesehen, obwohl sie von den Problemen hätte wissen müssen. Für solche Fälle hat die BaFin schon Eingriffsrechte, wenn nicht gar Pflichten. Das ist Aufsichtsversagen par excellence!“

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