Immobilien: 6 Prozent Rendite sind realistisch

Sachwerte Top News von Julia Groth

Konstantin Neven DuMont war eine Größe in der deutschen Medienbranche, bevor er vor auf Immobilien umsattelte. Im Interview mit procontra beschreibt er den Neustart und warum sich das Projektentwicklungsgeschäft für Anleger zwar lohnen kann, aber womöglich zu riskant ist.

Immobilien Dumont Projektentwicklung

Konstantin Neven DuMont Bild: DuMont

procontra: Herr Neven DuMont, was macht eigentlich ein Immobilienprojektentwickler?

Konstantin Neven DuMont: Wir haben zwei Schwerpunkte. Der erste sind Neubauten: Wir suchen passende Grundstücke, holen bei Ämtern die nötigen Genehmigungen ein, arbeiten mit Architekten zusammen und beauftragen Baufirmen. Am Ende vermarkten wir die neu gebaute Immobilie. Unser zweiter Schwerpunkt ist die Weiterentwicklung bestehender Immobilien. Sind sie bereits vermietet, hat das den Vorteil, dass wir von Anfang an Cashflow sehen. Mehrwert schaffen wir dann etwa durch Sanierung oder Anbauten.

procontra: Ihre beruflichen Wurzeln liegen im Verlagsgeschäft. Ist es Ihnen schwergefallen, sich in die Immobilienbranche einzufinden?

Neven DuMont: Ich habe das Immobiliengeschäft nicht von der Pike auf gelernt und musste mich natürlich zuerst einarbeiten. Während meiner Zeit als Medienmanager habe ich privat aber ständig irgendetwas gebaut, das hat mir immer Spaß gemacht. Dabei habe ich viel gelernt, was die Zusammenarbeit mit Architekten und Baufirmen angeht. Außerdem lese ich seit Jahren Fachbücher über Immobilien. Ich bin also nicht völlig ohne Grundwissen in die Immobilienbranche gestartet. Den Rest habe ich im laufenden Geschäft gelernt. Früher war ich zudem in zwei Oppenheim-Esch-Fonds investiert. Dadurch habe ich einen Einblick bekommen, wie geschlossene Immobilienfonds funktionieren.

Erlösprognosen wurden verfehlt

procontra: Wohl eher, wie sie nicht funktionieren. Um die Oppenheim-Esch-Fonds gab es vor einigen Jahren einen handfesten Skandal.

Neven DuMont: Das Hauptproblem bei meinen Oppenheim-Esch Fonds war, dass die Erlösprognosen verfehlt wurden. Ich hatte also Pech, habe aber sehr viel dazugelernt. Es gibt aber durchaus geschlossene Immobilienfonds, die sich für Anleger lohnen.

procontra: Woran arbeiten Sie mit Ihrem Unternehmen aktuell?

Neven DuMont: Wir haben drei laufende Projekte: eine Sanierung, einen Neubau und eine Weiterentwicklung. Alles in der Kölner Innenstadt.

procontra: Die Immobilienpreise in Köln haben, wie in vielen Großstädten, in den vergangenen Jahren deutlich angezogen. Was bedeutet das für Sie?

Neven DuMont: Ich betreibe das Geschäft mit Immobilien hauptberuflich seit fünf Jahren. In dieser Zeit sind die Preise in gefragten Stadtteilen relativ stark gestiegen. Das hat sowohl höhere Mietpreise als auch höhere Verkaufspreise zur Folge. Für uns ist der Boom im Immobilienmarkt also ein Glücksfall.

procontra: Haben Sie keine Probleme, jetzt noch Grundstücke oder Immobilien zu vernünftigen Preisen zu finden, zumal in der City?

Neven DuMont: An lohnende Investitionsobjekte kommt man heute vor allem über Beziehungen. Das, was auf dem freien Markt angeboten wird, ist in der Regel überteuert. Auch in dieser Hinsicht habe ich allerdings Glück. Ich habe unsere Objekte von Leuten bekommen, denen es nicht darum ging, meistbietend zu verkaufen. Sie wollten vielmehr ihre Häuser in gute Hände geben und hatten Vertrauen zu mir, das ich hoffentlich auch nicht enttäuscht habe.

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