Hohe GKV-Rücklagen: Sinkt jetzt der Zusatzbeitrag?

Versicherungen von Florian Burghardt

Die Finanzreserven der gesetzlichen Krankenkassen haben die 20 Milliarden Euro-Marke geknackt. Ist nun mit einer Senkung der Zusatzbeiträge zu rechnen? procontra fragte nach wie wahrscheinlich das ist.

Die Finanzreserven der gesetzlichen Krankenkassen haben jüngst die 20 Milliarden Euro-Marke geknackt.

Die Finanzreserven der gesetzlichen Krankenkassen haben jüngst die 20 Milliarden Euro-Marke geknackt. Bild: Alexas_Fotos/Pixabay

Die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) hat im ersten Halbjahr 2018 einen Überschuss von 720 Millionen Euro erzielt. Damit wuchsen die Finanzreserven der Krankenkassen zum Stand Ende Juni auf 20,01 Milliarden Euro an. Das teilte jüngst das Bundesgesundheitsministerium mit.

Die Rücklagen entsprechen damit nun mehr als dem Vierfachen der gesetzlich vorgesehenen Mindestreserve und sind auf die gute wirtschaftliche Lage zurückzuführen, heißt es. Grund genug für Gesundheitsminister Jens Spahn seine Forderung zu erneuern, dass auch die Beitragszahler von den steigenden Reserven profitieren müssten. Dazu hatte er im April einen Gesetzesentwurf auf den Weg gebracht, der aber noch nicht vom Bundestag beschlossen ist.

Demnach sollen Kassen mit Finanzreserven von mehr als einer Monatsausgabe diese künftig über geringere Zusatzbeiträge abbauen. Mit den Überschüssen aus dem ersten Halbjahr 2018 ist diese Grenze überschritten. Laut Bundesgesundheitsministerium lag der durchschnittliche Zusatzbeitrag zuletzt bei 1,07 Prozent und damit um 0,04 Prozentpunkte unter dem Wert von vor einem Jahr.

Vorerst wohl keine deutliche Beitragssenkung

Dass es schon sehr bald zu einer deutlichen Senkung der Zusatzbeiträge kommen wird ist aber unwahrscheinlich. So sieht man beim GKV-Spitzenverband zwar ein gutes Signal für die Solidargemeinschaft der 72 Millionen gesetzlich Versicherten. So hätten bereits viele Krankenkassen darauf reagiert und ihre Beiträge gesenkt.

Auf procontra-Nachfrage erklärte Verbandssprecher Florian Lanz jedoch auch: „Aber die insgesamt guten Zahlen dürfen nicht darüber hinwegtäuschen, dass den Rekordeinnahmen auch so hohe Ausgaben wie noch nie gegenüberstehen. Strukturelle Reformen, beispielsweise im Krankenhausbereich und bei den Arzneimitteln, sind daher für die dauerhafte Stabilität der Finanzen unverzichtbar. Die Rücklagen der Krankenkassen von 20 Milliarden Euro erscheinen hoch, entsprechen jedoch lediglich rund einer Monatsausgabe.“

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