Rauch und Ruß: Warum die Ammerländer ablehnt

Berater Top News Meistgeklickt von Michael Fiedler

Rauch- und Rußschäden in Folge von Bränden sind in der Hausratversicherung mitversichert. Sollte man meinen. Die Ammerländer sorgt mit einer eigenwilligen Auslegung für Ärger bei Maklern und Versicherten. Der ganze Fall.

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Rauch- und Rußschäden sind in der Hausratversicherung mitversichert. Normalerweise. pixabay / StockSnap

Ein abgelehnter Hausratschaden sorgt derzeit für Ärger bei Maklern. Genauer: Einem Makler, dessen Mandanten bei der Ammerländer versichert sind.
Was war passiert? In einem unbeobachteten Moment stellte ein zweijähriges Kind den Elektroherd ein, auf dem ein Akkusauger lag. Der anschließende Brand konnte vom Vater gelöscht werden – doch das komplette Haus verdreckte mit Rauch und Ruß. Der Makler meldete den Schaden – glücklicherweise ist grobe Fahrlässigkeit zu 100 Prozent mitversichert.

Doch die Ammerländer lehnte ab. Im Ablehnungsschreiben (liegt procontra vor) heißt es: „In Ihrem Schadenfall handelt es sich um einen sogenannten Rauch und Rußschaden. Solche Schäden sind in Ihrem Vertrag mitversichert, sofern der Rauch oder Ruß plötzlich bestimmungswidrig aus den auf dem Versicherungsgrundstück befindlichen Feuerungs-, Heizungs-, Koch- oder Trockneranlagen ausgetreten ist und unmittelbar auf versicherte Sachen einwirkt.
Bei Ihnen kann es aufgrund eines Kunststoffgegenstandes, der sich auf dem Herd befand, zu einer solchen Rauch- bzw. Rußeinwirkung. Das entspricht nicht den im Vertrag vermerkten Gegebenheiten. Eine Ersatzpflicht müssen wir daher ablehnen.“

Auf Facebook, wo der Makler den Fall publik machte, fanden sich einige Kollegen, die von ähnlichen Vorkommnissen zu berichten wussten. Eine Vermittlerin gewann im Umgang mit der Ammerländer den Eindruck, dass man zwar bei den Versicherungsbedingungen mithalten wolle, aber nun die Klauseln vermehrt zum Nachteil der Kunden auslege.
Dem widersprach eine andere Vermittlerin, in deren Fall die Ammerländer aus Kulanz sogar die doppelte Summe für eine Rohreinigung ersetzte.

Die Ammerländer selbst hat sich gegenüber procontra bisher nicht zum „Rauch- und Ruß-Fall“ geäußert.

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