Prora-Pleite: Beendet Insolvenz Steuersparmodell?

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Die „Wohnen in Prora Vermögensverwaltungs GmbH & Co.KG“ musste Insolvenz anmelden. Welche Ursachen die Geschäftsführung nennt und was aus den knapp 270 Eigentumswohnungen wird.

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Insolvenz der "Wohnen in Prora": Was aus den Wohnungen wird. pixabay / GREGOR

Rückschlag für das Seebad Binz: Die Betreiberfirma von Block 1, die „Wohnen in Prora Vermögensverwaltungs GmbH & Co. KG“, hat Insolvenz angemeldet. Und das kurz vor Fertigstellung der knapp 280 Eigentumswohnungen.
Für deren Erwerb hatte das Unternehmen mit Steuervergünstigungen für Baudenkmäler geworben. Bis zu 80 Prozent der Gesamtkosten könnten die Käufer der Immobilien steuerlich geltend machen, hieß es damals.

Nun sind es ausgerechnet die behördlichen Auflagen zum Denkmalschutz, die die Zahlungsunfähigkeit begünstigt haben sollen. So sagte Iris Hegerich, Geschäftsführerin der „Wohnen in Prora Vermögensverwaltung“, gegenüber der Ostsee-Zeitung: „Zum Beispiel mussten wir die Liegehäuser des denkmalgeschützten Ensembles abreißen. Die behördlichen Auflagen zum Wiederaufbau haben sehr lange gedauert. Nur so konnte sichergestellt werden, dass die Käufer ihren Anspruch auf Denkmal-Abschreibung nicht verlieren.“
Die Bauzeit habe sich viel länger hingezogen als geplant – damit seien auch Mehrkosten verbunden.

Wohnen in Prora: Wie es weitergeht

Das Amtsgericht Charlottenburg hat Rechtsanwalt Dr. Philipp Hackländer zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt. Der erfahrene Insolvenzverwalter verwies darauf, dass zwar die meisten Appartements verkauft seien, es aber 1000 verschiedene Grundbuchauszüge gäbe. Die müssten nun erstmal sortiert werden, so der Rechtsanwalt. Investoren, die mit einer Vormerkung im Grundbuch eingetragen sind, müssten sich keine Sorgen machen, dass ihr Geld verloren sei, so der Insolvenzrechtler.

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