Kostenausweis: Bei Fonds droht Chaos

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Wegen Intransparenz wussten Berater und Kunden jahrelang nicht, was Fonds wirklich kosten. Nun droht das Gegenteil: ein Informations-Overkill. Neben dem bisherigen Informationsblatt durch die Ogaw-Richtlinie und Mifid II folgt 2020 Priips.

Den Kostenausweis von Fonds durch die kommende Priips-Richtlinie hält Regulierungsexpertin Magdalena Kuper vom Fondsverband BVI für stark verbesserungsbedürftig. Bild: BVI

Fonds kosten in der Regel einen Ausgabeaufschlag (Agio) und Verwaltungs- beziehungsweise Managementgebühren, einige Fonds verlangen zudem eine Performancegebühr. Seit 2004 muss im Verkaufsprospekt und im Jahresbericht die Total Expense Ratio (TER) ausgewiesen werden. Bei dieser Gesamtkostenquote werden die innerhalb eines Geschäftsjahres angefallenen Kosten zum durchschnittlichen Fondsvolumen ins Verhältnis gesetzt. Allerdings werden da die Transaktionskosten von Umschichtungen sowie mögliche Performancegebühren nicht berücksichtigt. Die durchschnittliche TER eines Rentenfonds liegt bei 0,9 Prozent, die eines Aktienfonds bei 1,6 Prozent.

Die Umsetzung einer EU-Richtlinie mit Namen Ogaw, auch Ucits genannt, führte in Deutschland 2016 zum Umsetzungsgesetz in das Kapitalanlagegesetzbuch (KAGB). Dies brachte auch ein zweiseitiges Informationsblatt, das im Unterschied zu den umfangreichen früheren Prospekten die Kosten in einer einzigen Zahl ausweist.

Doch parallel zu dieser Fondsrichtlinie gibt es zwei weitere Richtlinien: die seit 2018 umgesetzte die Finanzdienstleisterrichtlinie Mifid II und die vor allem für Fondspolicen gedachte Priips-Richtlinie, die 2020 kommen soll. Dann droht Anlegern der Informations-Overkill: Beim Kauf eines Fonds erhalten sie drei unterschiedliche Dokumente, die zahlreiche Angaben zu Fondskosten beinhalten, leider jedoch nicht identisch sind und damit eher zu Verwirrung führen.

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