Datenschutz: Zählen Handelsvertreter im Maklerbetrieb mit?

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Versicherungsmakler haben im Zusammenhang mit der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) viele Fragen, die im Büroalltag aufkommen. Die „DSGVO-Frage der Woche“ heute: Zählen Handelsvertreter mit, wenn es um die Installierung eines Datenschutzbeauftragten geht?

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Bei den mit automatisierter Datenverarbeitung beschäftigten Personen zählen auch freie Mitarbeiter und Praktikanten mit, sagt Norman Wirth, Inhaber der Kanzlei Wirth Rechtsanwälte, der für procontra DSGVO-Fragen beantwortet. Bild: pixabay/ TheDigitalArtist

Grundsätzlich gilt: Einen Datenschutzbeauftragten benötigen Firmen erst ab zehn Personen, sofern alle mit automatisierter Datenverarbeitung beschäftigt sind. „Man muss also einen Datenschutzbeauftragten bestellen, wenn mehr als neun Personen - dazu zählen auch freie Mitarbeiter und Praktikanten sowie der Geschäftsführer - mit automatisierter Datenverarbeitung beschäftigt sind“, sagt Norman Wirth, Inhaber der Kanzlei Wirth Rechtsanwälte.

Freie Handelsvertreter zählen also auch für die Bewertung, ob der Maklerbetrieb einen Datenschutzbeauftragten benötigt, mit. „Wir empfehlen regelmäßig, mit den Handelsvertretern einen Auftragsdatenverarbeitungsvertrag (AVV) zu schließen“, rät Wirth. Da der Handelsvertreter die personenbezogenen Daten im Auftrag und überwiegend nach klarer Weisung der Maklerfirma verarbeitet, dient dieser AVV dann als Rechtsgrundlage für die datenschutzkonforme Verarbeitung.

Die Pflicht zur Bestellung eines Datenschutzbeauftragten bestehe unabhängig von der Mitarbeiterzahl aber auch, wenn das betreffende Unternehmen regelmäßig besonders geschützte Daten (also etwa Gesundheitsdaten) verarbeitet. Was als „umfangreich“ zu beurteilen ist, gibt das Gesetz jedoch nicht vor.

Da genau dieser Punkt viele kleinere Maklerbetriebe verunsichert, hat der AfW Bundesverband Finanzdienstleistung sämtliche Datenschutzbeauftragte der einzelnen Bundesländer angeschrieben und um Mitteilung gebeten, wie die Behörde dies in Bezug auf Versicherungsmaklerbetriebe sieht. Die einzelnen Länder handhaben das leider noch nicht einheitlich, kommen jedoch mit mehr oder wenig detaillierten Begründungen zum selben Ergebnis.

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